Möglicher Fehler bei Restitution von Klimts "Apfelbaum II"

5. Juli 2015, 18:53
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Das Gemälde könnte 2001 an die falsche Familie restituiert worden sein. Gustav Klimt hatte vom Apfelbaum einige Variationen gemalt

Wien – Gustav Klimts Apfelbaum II dürfte 2001 an die falsche Familie restituiert worden sein, berichtete der Kurier in seiner Sonntagsausgabe. Im damaligen Verfahren habe man argumentiert, die Provenienzangabe im Klimt-Werkkatalog – Sammlung August und Serena Lederer – sei falsch.

Bereits kurz nach der Empfehlung des Rückgabebeirats, an die Erben nach Nora Stiasny zu restituieren, sollen der Provenienzforscherin des Belvedere, Monika Mayer, bereits Zweifel gekommen sein: Stiasny könnte auch ein anderes Apfelbaum-Bild Klimts gehört haben. Diese Möglichkeit bekräftigte ein recht eindeutiges Schriftstück von 1939: Darin schreibt Stiasny, das Gemälde habe ihr Bruder direkt von Klimt erhalten.

Trotz der artikulierten Bedenken Mayers entschied man sich für die Abwicklung der Rückgabe. Der Kurier stellt nun unter anderem die Fragen, ob der Beirat hinters Licht geführt wurde, Eigeninteressen verfolgt wurden und wie es jetzt weitergehe – insbesondere was die Ansprüchen der Familie Lederer am Apfelbaum II betrifft. (kafe)

  • Das 1916 entstandene Gemälde von Gustav Klimt – Apfelbaum II – könnte nun noch ein zweites Mal den Kunstrückgabebeirat beschäftigen.
    foto: archiv

    Das 1916 entstandene Gemälde von Gustav Klimt – Apfelbaum II – könnte nun noch ein zweites Mal den Kunstrückgabebeirat beschäftigen.

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