"Schutzlos" am "Tatort" in Luzern: Top oder Flop?

Ansichtssache5. Juli 2015, 19:02
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Vor der "Tatort"-Sommerpause ermittelt Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) gemeinsam mit seiner Kollegin Liz Ritschards (Delia Mayer) in Luzern. Zum Inhalt: Ein nigerianischer Jugendlicher wird erstochen unter einer Brücke aufgefunden. Die Polizei geht zunächst davon aus, dass es sich um eine Abrechnung im Drogenmilieu handelt.

Bei dem Toten handelt es sich um Ebi Osodi, einem unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden. Er ist ohne Eltern in die Schweiz gekommen und wurde schon mehrfach beim Dealen erwischt.

foto: orf/ard/srf/daniel winkler

"Trotz der für Schweizer Tatorte ungewöhnlichen Finsternis bleibt letztlich alles zu sauber. Das Ringen des Kommissars mit sich selbst, ein Mord, der auf soziale Missstände verweist, ein unsympathischer Vorgesetzter, Schreiduelle unter Kollegen: Das Tatort-Reißbrett kam hier einmal mehr zum Einsatz", schreibt STANDARD-Redakteurin Doris Priesching im TV-Tagebuch.

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Vor der Sommerpause zeige der "Tatort" noch mal Zähne, urteilt Christian Buß im "Spiegel". Zu sehen sei ein "grimmiger, bewegender Krimi, der eine Pauschalkriminalisierung von Flüchtlingen zeigt, die auch am Ende der bundesdeutschen Asylrechtsauseinandersetzung stehen könnte. Der 'Tatort' als Debatteninstrument, so darf es nach der Sommerpause weitergehen".

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"Im letzten Fall vor der Sommerpause bearbeiten die Schweizer Ermittler mit der Flüchtlingsproblematik ein höchst relevantes Thema. Die Story rettet sich dabei nicht in ein versöhnliches Finale – erzählerisch aber grüßt der Film aus dem Fernsehmuseum", heißt es in der Kritik von Holger Gertz in der "Süddeutschen Zeitung".

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