Hitze: Knapp 37 Grad in Wien und Niederösterreich

6. Juli 2015, 08:09
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37 Grad in der Wiener City und in Gars am Kamp – Hitze wandert weiter Richtung Osten

Wien – Das erste Juli-Wochenende ist am Sonntag mit dem bisher heißesten Tag des Jahres zu Ende gegangen.

In der Wiener Innenstadt und in Gars am Kamp in Niederösterreich wurden 37,0 Grad gemessen, wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Abend mitteilte. Damit wurde der Spitzenwert von Samstag in Bludenz übertroffen, wo gestern 36,2 Grad erreicht worden waren.

Auch im Westen des Landes blieb es am Sonntag extrem heiß. Bei der Messstation der Universität Innsbruck, dem heißesten Ort Tirols, zeigte das Thermometer 36,8 Grad, in Salzburg Freisaal waren es 36,4. Temperatur-Spitzenreiter in Oberösterreich war Schärding mit 36,2 Grad. In Bludenz in Vorarlberg waren es am Sonntag noch 36,0 Grad, exakt ein Grad weniger wurde in der Steiermark in Leoben registriert.

Weiter hinten in der Liste der heißesten Orte des Landes vom Sonntag waren das Burgenland und Kärnten zu finden, in Mattersburg verzeichneten die Meteorologen 34,7 und in Ferlach zumindest auch noch 34,2 Grad.

Rekordhitze noch nicht in Reichweite

Der heimische Allzeit-Hitzerekord von 40,5 Grad in Bad Deutsch-Altenburg vom 8. August 2013 war damit an diesem Wochenende nicht in Gefahr. Auch die Temperaturrekorde für einen Juli-Tag in den einzelnen Bundesländern von jeweils mehr als 38 Grad wurden nicht gebrochen.

Am Montag wird sich die Hitzewelle weiter in Richtung Osten verlagern. Österreichweit sind noch einmal Tageshöchstwerte von 29 bis 35 Grad möglich. Von Westen her steigt die Gewittergefahr, und Mitte der Woche wird die Hitzewelle in ganz Österreich zu Ende gehen. Am Dienstag sind 30 bis 37 Grad zu erwarten, wobei es in der Osthälfte Österreichs am heißesten wird. Am Mittwoch beendet eine Kaltfront mit Gewitterneigung die extreme Hitze, prognostizierte die ZAMG am Montag.

Waldbrände im Osten

Niederschläge würden den ausgetrockneten Landschaften in Niederösterreich gut tun, kam es doch dort allein am Wochenende zu 17 Wald-, Wiesen- und Flurbränden. 19 Brandeinsätze, die 900 Feuerwehrleute gefordert haben, meldete das Landeskommando. Zwei landwirtschaftliche Anwesen standen in Flammen, der Schaden geht in die Millionen.

Im burgenländischen Bezirk Neusiedl am See wurden am Wochenende zwei Feldbrände gelöscht. Am Sonntagnachmittag geriet beim Mähdreschen ein Acker wegen Funkenflug in Brand. Dabei brannten laut Polizei 5.000 Quadratmeter und ein Teil eines angrenzenden Grundstücks in Parndorf ab.

In Frauenkirchen beschädigte ein Feuer aus zunächst ungeklärter Ursache eine kleine Acker-Fläche. In beiden Fällen wurde der Brand von der Feuerwehr gelöscht, ein Übergreifen auf benachbarte Grundstücke konnte verhindert werden. Wegen der Trockenheit wird von offenem Feuer in Wald- und Wiesennähe dringend abgeraten, betonte Niederösterreichs Landesfeuerwehrsprecher Franz Resperger.

Gefährliches Badewetter

Angesichts der Hitze warnen Behörden vor Gesundheitsbelastungen vor allem für betagte, pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen sowie Kleinkinder. Eine Mangelversorgung an Flüssigkeiten oder fettreiche beziehungsweise zuckerhaltige Lebensmittel können zu Kreislaufproblemen führen.

Herz-Kreislauf-Versagen wurde auch als Todesursache bei einem Badeunfall am Sonntag in Salzburg angegeben. Ein 84-jähriger Mann kam im sogenannten Autobahnsee in der Gemeinde Wals-Siezenheim ums Leben, nachdem er kurz zuvor zu seiner Frau gesagt hatte, er fühle sich nicht wohl. Der Mann konnte nach der Alarmierung durch seine Gattin rasch geborgen werden, allerdings konnte der Notarzt nur mehr den Tod feststellen.

Auch in Maria Ponsee in der Gemeinde Zwentendorf (Bezirk Tulln) ist am Sonntagnachmittag ein 71 Jahre alter Mann in einem Badeteich ertrunken. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos, bestätigte die Landespolizeidirektion NÖ einen NÖN-Online-Bericht

Überanstrengung dürfte ebenfalls der Grund für den Tod eines 73-jährigen Radfahrers am Sonntag in Graz gewesen sein. Zu Mittag erlitt er am Heimweg einen Herzinfarkt, teilte die Landespolizeidirektion Steiermark am Montag mit. Der Mann stürzte mit seinem Rad, Passanten wurden aufmerksam und verständigten die Rettungskräfte. Für den Mann kam aber jede Hilfe zu spät.

Auch mechanische Geräte sind vor der Hitze nicht gefeit. Auf dem Eislaufplatz in Wolkersdorf im Weinviertel (Bezirk Mistelbach) ist es am Sonntagnachmittag deswegen zu einem Ammoniakaustritt in der Kühlanlage gekommen. Durch Überdruck in der Anlage habe das Sicherungsventil die Dämpfe abgelassen, die dann ins Freie austraten.

Die Einsatzkräfte – 51 Mann der Freiwilligen Feuerwehren Wolkersdorf und Obersdorf – kühlten die Fläche des Eislaufplatzes mit Wasser. Anschließend pumpten sie das Wasser-Ammoniak-Gemisch ab.

Rekordtemperatur in Deutschland

Auch in mehreren anderen europäischen Ländern herrscht derzeit große Hitze. In Polen kamen am Wochenende 37 Menschen bei Badeunfällen ums Leben, darunter ein siebenjähriges und ein 13 Jahre altes Mädchen.

In Deutschland starben zwölf Personen in Badegewässern. Im bayerischen Kitzingen am Main wurde ein neuer nationaler Rekordwert von 40,3 Grad Celsius gemessen. In mehreren Waldgebieten und auf Wiesen brachen Brände aus, auf einem Feld kollabierten mehrere Erntearbeiter. Etliche Fernzüge fielen wegen defekter Klimaanlagen aus. Auf die Hitze folgten in einigen Regionen Unwetter.

In Spanien hat die Regierung für fast das ganze Land höchste Waldbrandgefahr ausgerufen. Das Landwirtschaftsministerium warnte am Montag über den Kurzmitteilungsdienst Twitter vor "sehr großen Gefahren" und riet zu "äußerster Vorsicht". Die Hitzewelle auf der iberischen Halbinsel soll noch mindestens bis kommenden Sonntag andauern. In Cordoba waren Temperaturen von bis zu 44 Grad erreicht worden.

Ein Waldbrand im Norden Spaniens konnte nach Behördenangaben am Montag eingedämmt werden. Das Feuer war am Samstag nahe der Ortschaft Cinco Villas in Aragon ausgebrochen und hatte sich wegen starken Windes rasch ausgebreitet. Von den am Samstag vorsorglich in Sicherheit gebrachten 1.500 Anrainern konnten die meisten am Sonntag wieder in ihre Häuser zurückkehren. Wegen der anhaltend hohen Temperaturen und starker Winde blieben die Behörden aber in Alarmbereitschaft. (APA, 5.7.2015)

  • Ein Besucher des Strandbad Gänsehäufel in Wien-Donaustadt rettet sich am  Sonntag mit einem Sprung ins Wasser vor der Hitze.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Ein Besucher des Strandbad Gänsehäufel in Wien-Donaustadt rettet sich am Sonntag mit einem Sprung ins Wasser vor der Hitze.

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