Häupl, Sphinx und Griechen

Einserkastl5. Juli 2015, 17:03
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Ein bisschen Mythologie zum Untergang kann nie schaden

Michael Häupl ist "keine Sphinx". Das hat uns der Wiener Bürgermeister gerade per Interview (Österreich) ausrichten lassen; den Vorwurf eines Parteifreunds korrigierend, man wisse bei ihm nie, was er wolle. Häupls Eigenabgrenzung zur Sphinx: "Ich bin ziemlich berechenbar."

Das freilich war die Sphinx aus der griechischen Mythologie auch. Theben und seine Herrschenden in Schach haltend, gab sie den Heranreisenden Rätsel zu lösen, auf die falsche Antwort folgte immer das Gleiche: Man wurde erwürgt und verschlungen.

Bis Ödipus kam und die Frage (sinngemäß: "Was ist am Morgen vierfüßig, am Mittag zweifüßig und am Abend dreifüßig?") richtig beantwortete. Die Sphinx stürzte sich in den Tod, Theben war befreit.

Das weitere Schicksal von Ödipus (als Dank bekam er ja seine eigene Mutter zur Frau) und seiner Familie war dann aber auch nicht viel besser als das jener, die die Sphinx’sche Frage falsch beantwortet hatten. Ihr Untergang hat nur länger gedauert.

Das mit den Antworten ist halt so eine Sache – nicht nur bei den sagenhaften und den echten Griechen. Wer kann heute schon wissen, was morgen noch richtig ist.

Zugegeben, all das wollte uns Nicht-Sphinx Häupl sicher nicht verklickern. Aber ein bisschen Mythologie zum Untergang kann nie schaden.

Die richtige Antwort war übrigens: der Mensch. (Renate Graber, 5.7.2015)

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    foto: reuters
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