Irans Vizeaußenminister: Westen muss sich bewegen

5. Juli 2015, 15:16
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Takhte-Ravanchi: Iran hat genug Flexibilität gezeigt – Wenn es jetzt keinen Deal gibt, ist das nicht das Ende der Welt

Wien – Der iranische Vize-Außenminister und technische Chefverhandler, Majid Takhte-Ravanchi, hat in der Endphase der Atomgespräche bis zur Deadline am 7. Juli mehr Bewegung vom Westen verlangt, um zu einem Deal zu gelangen. "Wir haben genug Flexibilität gezeigt und denken, dass es jetzt an der Gegenseite liegt, diese Flexibilität zu zeigen", erklärte er am Sonntag in einem Interview mit der APA.

Ein guter und dauerhafter Deal brauche politische Entscheidungen und jetzt wäre der Zeitpunkt dafür, ergänzte der Top-Diplomat.

Auf die Frage, was passiere, wenn es keinen Durchbruch gibt, meinte er, dass dies "nicht das Ende der Welt für den Iran bedeute, wenn es jetzt keinen Deal gibt". "Wir werden exzessiven Forderungen (des Westens, Anm.) nicht nachgeben, nur um zu einem Deal zu gelangen", stellte er klar.

Nach wie vor gehe der Iran aber davon aus, dass ein endgültiges Abkommen in Greifweite wäre, wenn die andere Seite ihre maximalistischen Positionen aufgebe.

"Das iranische Verhandlungsteam und auch Außenminister Mohammad Javad Zarif suchen hier keinen individuellen Heldenstatus. Wir denken an unser Land und wie wir die Interessen unseres Landes am besten beschützen können", so Ravanchi.

Angesprochen auf die bevorstehende Reise der ehemaligen EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton nach Wien, die als Barometer für einen bevorstehenden Deal gilt, meinte der iranische Vizeaußenminister, dass das derzeit noch kein Thema sei, weil sich alle noch auf die Verhandlungen konzentrierten. (APA, 5.7.2015)

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