Kinderfreunde-Häuser als Flüchtlingsheime geprüft

6. Juli 2015, 05:30
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Auf steirischer Quartiersuche für minderjährige Flüchtlinge

Graz – Die Suche nach Quartieren für Flüchtlinge hat sich in der Steiermark intensiviert. Je nach Alter und familiärer Situation muss die Unterkunft verschiedene Kriterien erfüllen. Für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF), also Kinder und Jugendliche, die ohne Eltern ankamen, braucht es besonders ausgestattete Häuser. In Gebäuden wie etwa jenen der Kinderfreunde – einer Vorfeldorganisation der SPÖ – werden im Sommer Feriencamps organisiert. Oft stehen die Häuser mit Freiflächen und Spielplätzen unter dem Jahr aber leer.

Wie DER STANDARD erfahren hat, werden zumindest zwei dieser Standorte in der Steiermark als Quartiere für UMF geprüft. "Uns liegt hier ein Angebot vor", heißt es dazu aus dem Büro der Landesrätin für Soziales und Integration, Doris Kampus (SPÖ), "jetzt prüfen die zuständigen Experten des Flüchtlingsreferats die Unterkünfte. Es ist eine lange Liste, die abgearbeitet werden muss."

Standort bleibt geheim

In der Steiermark gibt es zwei Typen von Kinderfreunde-Häusern: die, die von der Gemeinde betrieben werden, und die, die in der Verfügungsgewalt der Landesorganisation sind. Um welche Standorte es geht, will man noch nicht verraten – wohl aus Angst, im Vorfeld Unmut in einzelnen Gemeinden zu provozieren.

Dabei zählen gerade Kinder zu den Flüchtlingen, denen am ehesten Hilfsbereitschaft von der Bevölkerung entgegenkommt. Alexia Getzinger (SPÖ), die am Montag als Landesschulratspräsidentin angelobt wird, ist seit 2012 Vorsitzende der steirischen Kinderfreunde. Sie sieht die Idee, die Häuser für Flüchtlinge zu öffnen, positiv, sagt sie zum STANDARD.

50 bis 60 Betten

"Wir müssen aber genau schauen, welche Häuser für wie viele Kinder geeignet sind", sagt Getzinger, "und ob es vielleicht auch pädagogisch sinnvoll wäre, im Sommerbetrieb die Ferienkinder mit Flüchtlingen zu vermischen, damit man sich begegnen kann."

Getzinger schätzt, dass man zumindest 50 bis 60 Betten in den bestehenden Häusern zur Verfügung stellen könnte. Man müsste aber auch eine adäquate pädagogische Betreuung sicherstellen und klären, wer die Unterkünfte dann betreiben würde. (Colette M. Schmidt, 6.7.2015)

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