Schüsse in Wien-Brigittenau: Zwei Verletzte

6. Juli 2015, 11:13
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36-jähriger Mann von Schütze verfolgt und am Gesäß getroffen, unbeteiligter Bub angeschossen

Wien – In Wien-Brigittenau ist Sonntagvormittag ein 13-jähriger Bub einem mit einer Pistole bewaffneten Mann in die Schusslinie geraten, der auf einen 36-Jährigen feuerte. Mit einem Bauchschuss wurde das Kind ins Wiener AKH eingeliefert. Am Nachmittag gab es Grund zum Aufatmen: Laut Karin Fehringer, Sprecherin des AKH, befand sich der Bub außer Lebensgefahr und am Montag bereits auf dem Weg der Besserung.

Rund zehn Augenzeugen befragt die Polizei am Montag und Dienstag. Mehrere Menschen hatten am Sonntag gegen elf Uhr die Polizei und die Wiener Berufsrettung alarmiert. In der Pasettistraße, Höhe Hausnummer 29, seien soeben mehrere Schüsse gefallen, ein Bub liege getroffen auf dem Gehsteig. Das Kind wurde nach der Erstversorgung ins AKH gebracht.

Gesäßdurchschuss

Polizisten kümmerten sich unterdessen um den Mann, dem die Schüsse gegolten hatten und dessen Gesäßbereich ein Projektil durchschlagen hatte. Das Opfer wurde in ein Spital des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) gebracht, wo der 36-Jährige operiert wurde. Er befand sich ebenfalls nicht in Lebensgefahr, sagte Christoph Mierau, Sprecher des KAV.

Bis etwa 13.00 Uhr hatten die Ermittler durch Zeugenbefragungen den Tathergang rekonstruiert. Demnach war gegen elf Uhr eine Auseinandersetzung ums Eck in der Marchfeldstraße entstanden. Der Täter, der einen silberfarbenen Wagen, vermutlich einen VW Passat oder einen Renault Kombi, mit Belgrader Kennzeichen in der Pasettistraße geparkt hatte, verfolgte den 36-Jährigen und eröffnete mit einer Pistole des Kalibers 6.35 das Feuer auf den Mann, der um Hilfe schrie.

Täter auf der Flucht

Der Verfolger gab zumindest vier Schüsse ab, von denen einer den 36-Jährigen ins Gesäß traf. Unterdessen war der 13-Jährige mit seinen Eltern auf Fahrrädern in der Pasettistraße in Richtung Marchfeldstraße unterwegs und wurde im rechten Bauchbereich unter dem Rippenbogen von einem Projektil getroffen, wie ein Augenzeuge berichtete. Das Kind blieb auf dem Gehsteig liegen.

Der Täter verfolgte den 36-Jährigen bis etwa zur Höhe der Pasettistraße 29, dann sprang er in seinen Wagen und flüchtete. Die Ermittler stellten die Patronenhülsen sicher.

Anlass für das Schussattentat soll laut Polizeisprecher Patrick Maierhofer nicht wie zuerst angenommen eine schwelende Familienfehde, sondern eine Privatangelegenheit zwischen dem 36-Jährigen und dem Täter gewesen sein. "Die Ermittler haben herausgefunden, dass es sich um einen länger zurückliegenden Streit zwischen den beiden Männern in Serbien handeln dürfte", sagte der Polizeisprecher. Worum es genau ging, blieb zunächst unklar. (APA, 5./6.7.2015)

  • Der Tatort wurde abgesperrt.

    Der Tatort wurde abgesperrt.

  • Artikelbild
    foto: apa/herbert pfarrhofer
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