Jede zehnte Familie in Italien hungert

4. Juli 2015, 13:12
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2,4 Millionen Haushalte haben trotz Ende der Krise Probleme, sich genügend Lebensmittel zu kaufen

Rom – Die schwere Wirtschaftskrise ist zwar überwunden, ihre Auswirkungen sind aber noch negativ zu spüren. Jede zehnte Familie hat in Italien kein Geld, um sich genug Lebensmittel zu kaufen. 2,4 Millionen Familien haben im vergangenen Jahr Hunger gelitten, das sind eine Million mehr als vor Beginn der Krise 2007, ergab eine am Samstag veröffentlichte Studie des Statistikamts Censis.

Die Lebensmittelausgaben der Italiener seien im Zeitraum zwischen 2007 und 2014 um 12,9 Prozent gesunken. Die süditalienischen Regionen Apulien, Kampanien und Sizilien sind jene mit dem höchsten Prozentsatz an Familien, die hungern, geht aus der Studie hervor, die in Mailand bei der dem Thema Ernährung gewidmeten Expo vorgestellt wurde.

Situation bleibt angespannt

Die Italiener können auch nicht mehr so viel sparen wie früher. Lediglich ein Drittel der Italiener ist in der Lage, einen Teil des Einkommens zur Seite zu legen. 45 Prozent behaupten dagegen, ihr Einkommen genüge nur knapp, um die Monatsausgaben zu decken, ergab eine Studie der Börsenaufsichtsbehörde Consob. 15 Prozent der Befragten gaben an, sie hätten in diesen Krisenjahren auf ihre Ersparnisse zurückgreifen müssen, um sich über Wasser zu halten.

Elf Prozent erklärten, sie hätten sich verschulden müssen. Vor allem Italiener mit einem niedrigen Bildungsniveau haben die größten Probleme, Geld zu sparen. 41 Prozent der italienischen Familien waren Ende 2014 verschuldet. 25 Prozent wegen eines Wohnungskaufs, 21 Prozent, weil sie Waren wie Autos und Möbel erworben hatten. (APA, 4.7.2015)

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