Ägyptischer Präsident besucht Truppen in Nordsinai

4. Juli 2015, 15:39
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Nach der jüngsten Gewalteskalation in der Unruheregion trifft al-Sisi Soldaten und Polizisten

Sinai/Kairo – Bei neuer Gewalt auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel sind vier Zivilisten getötet worden, darunter drei Kinder. Laut den Sicherheits- und Gesundheitsbehörden starben in der Nacht auf Samstag zwei Kinder und eine Frau, als eine Granate ihr Haus in Sheikh Zuweid traf. Zudem wurde in Rafah ein Kind bei einer Bombenexplosion getötet. Staatschef Abdel Fattah al-Sisi reiste zu einem Truppenbesuch an.

Bei dem Granatbeschuss wurden auch eine Frau und ein Mädchen schwer verletzt. Unklar blieb, von welcher Seite das Geschoß abgefeuert wurde. Bei der Explosion einer am Straßenrand deponierten Bombe in Rafah an der Grenze zum Gazastreifen wurden außerdem drei weitere Kinder und eine Frau verwundet. Der Sprengsatz galt offenbar Fahrzeugen von Armee und Polizei.

Luftangriffe

Sicherheitskreisen zufolge wurden am Samstag 25 Islamisten im Norden der Sinai-Halbinsel durch Luftangriffe getötet.

Serie von Attentaten

Die Armee geht seit zwei Jahren im Norden des Sinai gegen Extremistengruppen vor. Am Mittwoch verübte der ägyptische Ableger der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) eine Serie von Attentaten auf Kontrollposten der Armee, die zu heftigen Gefechten mit den Streitkräften führten. Der Armee zufolge wurden dabei 17 Soldaten und hundert Jihadisten getötet. Behördenvertreter hatten zuvor von 70 getöteten Soldaten und Zivilisten gesprochen.

Al-Sisi reiste nach Angaben seines Büros in die Unruheregion, wohin genau, blieb geheim. Er besichtige dort "Truppen und die Polizei", hieß es. "Ich bin gekommen, um die Helden der bewaffneten Streitkräfte zu grüßen und ihnen meine Anerkennung zu übermitteln", sagte er nach Angaben eines Armeesprechers. Das Fernsehen zeigte den Präsidenten in Uniform, wie er einen Stützpunkt und beschlagnahmte Waffen inspizierte.

In der Region zwischen Mittelmeer und Rotem Meer hat die Gewalt nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär vor zwei Jahren deutlich zugenommen. Bei Kämpfen und islamistischen Anschlägen wurden bereits Hunderte ägyptische Soldaten und Polizisten getötet. (APA, 4.7.2015)

  • Präsident Sisi besichtigt erbeutete Waffen
    foto: reuters/egyptian presidency

    Präsident Sisi besichtigt erbeutete Waffen

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