Mordanklage nach Fährunglück auf Philippinen

4. Juli 2015, 09:25
4 Postings

Betreiber und Besatzung des Schiffes werden angeklagt – Zahl der Opfer steigt auf 59

Manila – Nach dem schweren Fährunglück auf den Philippinen ist gegen die Betreiber und die Besatzung des Schiffes Anklage wegen Mordes erhoben worden. Die Anklage sei am späten Freitagabend in der Stadt Ormoc erhoben worden, teilte der örtliche Polizeichef Asher Dolina am Samstag mit. Die Holzfähre war am Donnerstag kurz nach dem Auslaufen aus dem Hafen von Ormoc gesunken, obwohl die See ruhig war.

Warum das Schiff kenterte, soll nun eine Untersuchung und eine Befragung der Crewmitglieder klären. Überlebende berichteten, dass die Fähre bei der Ausfahrt aus dem Hafen plötzlich gekentert sei. Alles sei so schnell gegangen, dass niemand mehr Schwimmwesten habe anlegen können. "Sie waren nicht vorsichtig, das heißt, es lag eine Tötungsabsicht vor. Sie waren absichtlich unbesonnen", sagte Dolina nun. Insgesamt 19 Menschen seien angeklagt worden. Nach philippinischem Recht kann Mord mit bis zu 40 Jahren Gefängnis bestraft werden. Zeitgleich laufen Ermittlungen der Küstenwache.

Die Zahl der Opfer ist am Samstag auf 59 gestiegen. Nach Angaben der Küstenwache vom Samstag wurden weitere Tote gefunden, nachdem die Fähre "M/B Kim Nirvana" gehoben worden war. Insgesamt waren etwa 200 Menschen an Bord. (APA, 4.7.2015)

  • Das Unglück forderte 59 Todesopfer.
    foto: ap/ignatius martin

    Das Unglück forderte 59 Todesopfer.

Share if you care.