25 Extremisten bei Explosion in syrischer Moschee getötet

4. Juli 2015, 08:35
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Nusra-Front beschuldigt IS-Miliz des Anschlags – Islamistenoffensive auf Aleppo

Damaskus – Bei einer Explosion in einer syrischen Moschee sind mindestens 25 Mitglieder des Al-Kaida-Ablegers Nusra-Front getötet worden. Die Detonation habe sich am Freitag in Ariha in der nordwestlichen Provinz Idlib ereignet, berichtete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Islamisten-Allianz trieb unterdessen ihre große Offensive gegen Aleppo voran.

Die Islamisten seien getroffen worden, als sie in der Salem-Moschee in Ariha zum Fastenbrechen im Ramadan zusammengekommen seien. Auch ein ranghohes nicht-syrisches Mitglied der Extremisten sei unter den Toten. Andere Oppositionsgruppen sprachen auf ihren Internet-Seiten von mehr als 40 Toten.

Die Nusra-Front gehört zu den Gruppen, die im syrischen Bürgerkrieg gegen die Regierung von Präsident Bashar al-Assad kämpfen. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Anhänger der Nusra-Front machten die radikal-islamische Miliz "Islamischer Staat" (IS) dafür verantwortlich. Die IS-Miliz kämpft an mehreren Frontlinien in Syrien gegen die Nusra-Front, die zusammen mit anderen verbündeten Rebellengruppen den größten Teil der Provinz Idlib kontrolliert. Die Region grenzt an die Türkei und an die Provinz Latakia am Mittelmeer, in der Assads Armee das Sagen hat.

Kämpfe in Aleppo

Ein Zusammenschluss syrischer Aufständischer hat laut Aktivisten in der Metropole Aleppo indes ein von der Führung gehaltenes Militärzentrum erobert. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag erklärte, übernahm die Rebellengruppe Fatah Halab in der Nacht das von der Führung zu einer Kaserne umfunktionierte Wissenschaftliche Forschungszentrum im Westen von Aleppo.

Dieses besteht aus mehreren Gebäuden und erstreckt sich über ein riesiges Gelände. Der Beobachtungsstelle zufolge begann der Angriff der Aufständischen bereits am Freitagnachmittag. Regierungstruppen versuchten demnach vergeblich, das Zentrum aus den Händen der Rebellen zurückzuerobern. Die Aufständischen stellten Videoaufnahmen ihrer Eroberung ins Internet, auf denen zu sehen ist, wie Dutzende Kämpfer auf dem Gelände des Zentrums stehen, "Allahu Akbar" (Allah ist der Größte) rufen und in die Luft schießen. Im Hof ist die Flagge der syrischen Revolution gehisst, zahlreiche Gebäude sind schwer beschädigt.

Am Samstagmorgen nahm die syrische Armee nach Angaben der Organisation den Beschuss des Geländes wieder auf. Seit Juli 2012 ist Aleppo praktisch in einen von den Rebellen gehaltenen Osten und einen von Regierungstruppen kontrollierten Westen gespalten. Der Vormarsch der Aufständischen im Westen der Stadt gilt nun als strategisch wichtig.

Offensive gegen Rebellen

Armee und die verbündete Hisbollah-Miliz haben unterdessen nach eigenen Angaben eine Offensive gegen sunnitische Rebellen gestartet. Ziel sei die von Aufständischen gehaltene Stadt Sabadani nahe der Grenze zum Libanon, teilte die Hisbollah am Samstag mit.

Die libanesische Miliz und die Streitkräfte des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad hätten dazu schwere Artillerie und Kampfflugzeuge in die Region verlegt. Die Stadt ist wegen ihrer Nähe zur Schnellstraße zwischen Beirut und Damaskus von strategischer Bedeutung. Die Armee hatte ihre Luftangriffe zuletzt verstärkt. Die meisten Einwohner haben Sabadani verlassen. (APA, 4.7.2015)

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