Moody's senkt Ratings für Kärnten und Niederösterreich

4. Juli 2015, 00:03
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Kärnten fällt um zwei Stufen, Niederösterreich um eine – Ausblick ist negativ – Finanzreferenten beider Länder sehen Schuld bei Bund

Wien – Die US-Ratingagentur Moody's hat die Ratings der Bundesländer Kärnten und Niederösterreich herabgestuft und den Ausblick auf negativ gesetzt. Das Rating von Kärnten wurde um zwei Stufen auf Ba2 gesenkt, was "Ramsch"-Niveau bedeutet. Niederösterreich verlor die Topbonität (AAA) und wird nunmehr mit Aa1 bewertet, teilte die Ratingagentur am Freitagabend mit.

Die Abstufung Kärntens sei im Zusammenhang mit der Abwicklung der Hypo-Abbaugesellschaft Heta und entsprechenden finanziellen Risiken erfolgt. Es gebe Faktoren, dass "ein signifikanter Teil" der Hypo-Haftungen schlagend werden könnte, so die Ratingagentur. Das Bundesland Kärnten haftet noch für Anleihen der ehemaligen Hypo Alpe Adria Bank im Umfang von rund zehn Milliarden Euro.

Warnung vor juristischen Risiken

Kritisch sieht Moody's außerdem die juristischen Risiken um den Heta-Rückzahlungstop und die weitere Abwicklung der Hypo-Abbaugesellschaft durch die Finanzmarktaufsicht (FMA).

Das Rating des Bundeslandes Niederösterreich ist laut Moody's um ein Stufe auf Aa1 gesenkt worden, weil das Bundesland via der Hypo-Pfandbriefbank auch von der Heta-Abwicklung betroffen ist. Negativ sieht die Ratingagentur auch das "relativ hohe Schuldenniveau" Niederösterreichs im Vergleich zu anderen österreichischen Bundesländern.

Kärnten überrascht, "wenig erfreulich"

Die Kärntner Finanzreferentin Gaby Schaunig (SPÖ) reagierte mit einer Aussendung. Der Schritt sei "wenig erfreulich und zum jetzigen Zeitpunkt nicht unbedingt nachvollziehbar", heißt es dort. Immerhin habe sich im Vergleich zum letzten Downgrading im März die Situation nicht maßgeblich geändert.

Es gehe aus der Begründung der Ratingagentur auch hervor, dass Kärnten für die Verschlechterung nicht verantwortlich sei. Vielmehr zeige das Dokument, dass das Downgrade eine direkte Folge jener Maßnahmen sei, "die der Bund im Zusammenhang mit der Heta-Abwicklung gesetzt bzw. nicht gesetzt hat".

Niederösterreich: "So zu erwarten"

Daher ersuche ihr Land den Bund, "von einer mit dem Rating verbundenen Verschlechterung der Konditionen, zu denen sich Kärnten derzeit über die (Österreichische Bundesfinanzierungsagentur, Anm.) OeBFA finanziert, abzusehen."

Auf das Heta-Moratorium verwies auch ihr niederösterreichischer Kollege Wolfgang Sobotka (ÖVP). Überrascht gab er sich allerdings nicht. Die Abstufung sei "so zu erwarten gewesen". Niederösterreich sei mit der zweithöchsten Bonität Aa1 noch immer auf einem Level mit Großbritannien oder den Schweizer Kantonen Luzern und St. Gallen. (APA, 3.7.2015)

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