Tarifverhandlung für Lufthansa-Personal auf September vertagt

3. Juli 2015, 19:17
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Vierte Gesprächsrunde blieb ohne Ergebnis – Einigung Ende September fraglich

Mörfelden/Frankfurt – Die Tarifverhandlungen für rund 33.000 Beschäftigte der AUA-Mutter Lufthansa sind auf Ende September vertagt worden. In der vierten Verhandlungsrunde konnten sich das Unternehmen und die Gewerkschaft Verdi am Freitag in Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt noch nicht auf ein Ergebnis einigen.

Verdi war mit der Forderung nach getrennten Verhandlungen zu Betriebsrenten und Gehalt in diese vierte Runde gezogen, weil das Thema der Altersversorgung zu komplex für einen Schnellschuss sei. Lufthansa will die beiden Themen hingegen zusammen behandeln. Verdi vertritt vor allem das Bodenpersonal im Lufthansa-Konzern.

Zeit für Beratungen nutzen

Die Gespräche über die Vergütungen würden nun bis zum 30. September ausgesetzt, erklärte Lufthansa am Abend. Die Tarifpartner wollten die Zeit nutzen, um die Beratungen in Arbeitsgruppen über den Umbau der betrieblichen Altersversorgung fortzusetzen.

"Wir wollen unseren Mitarbeitern auch in Zukunft eine attraktive Altersversorgung bieten, die gleichzeitig dauerhaft finanzierbar ist", sagte Personalvorstand Bettina Volkens laut Mitteilung. Nur bei einer Lösung zur betrieblichen Altersversorgung sehe Europas größter Luftverkehrskonzern Spielraum für höhere Gehälter.

Knackpunkte Pensionen und Gehälter

Das Unternehmen will von den festen Zusagen für Betriebsrenten herunterkommen, deren Renditen beim aktuell niedrigen Zinsniveau am Kapitalmarkt nicht zu erwirtschaften sind. Risiken und Kosten des bestehenden Altersversorgungssystems gefährdeten die Zukunftsfähigkeit von Lufthansa, hatte Volkens betont. Anders als die Kabinengewerkschaft Ufo lehnt Verdi einen Systemwechsel aber ab.

In der Gehaltsfrage verlangt Verdi 5,5 Prozent mehr und will Beschäftigungszusagen für Auszubildende erreichen. Die Gewerkschaft kritisierte, Lufthansa wolle weiterhin die Themenbereiche betriebliche Altersversorgung und Vergütung miteinander verbinden. "In der heutigen Verhandlungsrunde haben wir der Lufthansa nochmals deutlich gemacht, dass die unterschiedlichen Themenkomplexe nicht verknüpft werden", betonte Verhandlungsführerin Christine Behle. (dpa, 3.7.2015)

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