Frauenfußball: Schluss mit Vergleichen

Kommentar3. Juli 2015, 17:40
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Fußball ist längst keine Männerdomäne mehr

Was nicht sein kann, darf einfach nicht sein. Der Fußball, bitte schön, ist Männersport. So wollen es noch immer viele Anhänger. Und deshalb muss so mancher Mann im Stadion, am Stammtisch oder im Internetforum über den Frauenfußball nörgeln. Das macht er zum Beispiel so: "Die verlieren doch gegen jede U15." Oder: "Das Tempo von unterklassigen Männermannschaften ist viel höher." Also, sagt er, Frauenfußball sei viel schlechter als Männerfußball und deshalb unnötig.

Dass Frauen physisch gegenüber Männern benachteiligt sind, liegt in der Natur der Sache. Das ist keine Neuigkeit. Anna Fenninger fährt langsamer Ski als Marcel Hirscher. Serena Williams würde im Tennis gegen Novak Djokovic verlieren. Völlig klar. Aber völlig irrelevant. Niemand fordert, dass Williams oder Fenninger ihre Sportarten nicht betreiben sollten. Frauen treten in sportlichen Wettkämpfen in der Regel gegen Frauen an. Nur diese Vergleiche ergeben Sinn.

Und also tun sie das auch im Fußball. Derzeit bei der WM in Kanada, in der Nacht auf Montag, finalisieren Japanerinnen und US-Amerikanerinnen. Sie tun das sehr gut und mit Recht. Es gibt keinen Grund, warum Frauen nicht Fußball spielen sollten. Die Männerbastion ist längst gefallen. Die ewigen Vergleiche sind unnötig und entbehrlich.

In zumindest einer Sache sollte der Frauenfußball aber dringend gegenüber dem Männerfußball aufholen: beim Verdienst. Dieser Vergleich ist derzeit noch lächerlich. (Birgit Riezinger, 3.7.2015)

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