Fünf Jahre Rauchverbot in Bayern: Zustimmung auf Höchstwert

3. Juli 2015, 15:57
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Infolge des Verbots stieg die Akzeptanz deutlich – anders als befürchtet, stiegen die Umsätze in der Gastronomie

Knapp vor dem entscheidenden Beschluss im österreichischen Nationalrat Anfang nächster Woche zeigt die Nichtraucherinitiative "Don't Smoke" die Erfahrungen mit dem Rauchverbot in Bayern auf: Eine GfK-Umfrage (n=500, Juni 2015) im Auftrag der Dieter-Mennekes-Umweltstiftung belegt die zunehmende Akzeptanz der Nichtraucherschutz-Maßnahme.

Während sich beim Volksentscheid vom 4. Juli 2010 61 Prozent der Befragten in Bayern für ein generelles Rauchverbot im Gastgewerbe aussprachen, liegt die Zustimmung heute bei 80 Prozent.

"Vier von fünf Bayern sind also der Ansicht, die Rauchfreiheit in Gaststätten und Festzelten habe sich bewährt", sagt Hellmut Samonigg, Initiator von "Don't Smoke" und Präsident der OeGHO. "Das sollte uns auch in Österreich die letzten Zweifel nehmen, dass das Rauchverbot in der heimischen Gastronomie positiv aufgenommen wird."

Mehrheit für Rauchverbot

Bemerkenswert ist an der bayrischen Studie außerdem, dass fünf Jahre nach Einführung des Rauchverbots sogar die Mehrheit der Raucher (52 Prozent) dafür votieren. Ebenso interessant die Haltung der jungen Erwachsenen, die mit 91 Prozent die höchste Zustimmungsquote unter den Befragten aufweisen.

Angesichts der aktuellen Diskussion in Österreich wurden die Bayern aber auch nach ihrer Einschätzung über die österreichische Gesetzesinitiative gefragt: Ein Fünftel der Teilnehmer hatte zu diesem Thema keine Meinung. Von den übrigen Befragten sprachen sich 71 Prozent für das sofortige Inkrafttreten eines generellen Rauchverbots in Österreich aus. Nur vier Prozent halten es für richtig, die neue Regelung erst 2018 einzuführen, ein Viertel wäre für die Beibehaltung der aktuellen Situation.

Dieter Mennekes, Auftraggeber der Umfrage, betonte bei einer Pressekonferenz in München zudem, dass die Sorge vor einem Wirtshaus-Sterben unbegründet sei. Er verweist auf eine Untersuchung des Deutschen Krebsforschungszentrums, wonach die Umsätze im Jahr nach Einführung des Rauchverbots sowohl in der speisengeprägten als auch in der getränkegeprägten Gastronomie angestiegen sind. Die Beschäftigtenzahlen haben sich gleichzeitig stabilisiert.

Umschwung stattgefunden

"Wir erreichen mit dem Beschluss im Nationalrat ein Ziel, das noch vor einem Jahr außer Sichtweite schien. Kaum jemand hätte gedacht, dass tatsächlich innerhalb weniger Monate ein Umschwung stattfinden könnte und ein neues Tabakgesetz auf Schiene gebracht wird", sagt Samonigg.

Trotzdem sei noch viel zu tun auf dem Weg hin zu einem umfassenden (Nicht)Raucherschutz, so der Experte: "Für unsere Jugend muss es mehr denn je "cool" werden, nicht zu rauchen. Und auch auf dem Gebiet der Raucherberatung und Rauchentwöhnung ist noch einiges zu leisten." (red, 3.7.2015)

  • Mittlerweile befürworten vier von fünf Bayern das generelle Rauchverbot.
    foto: apa/helmut fohringerf

    Mittlerweile befürworten vier von fünf Bayern das generelle Rauchverbot.

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