Von Wien nach Bregenz, auf Umwegen

2. Juli 2015, 17:53
8 Postings

Anspruchsvolle Österreich-Radrundfahrt, hoffnungsvoller Stefan Denifl

Wien – 600 Kilometer sind es von Wien nach Bregenz, wenn man den direkten Weg wählt. Indirekter Wege gibt es natürlich viele, einer wird ab Samstag gefahren. 1450 km, 17.000 Höhenmeter, acht Tage, neun Bundesländer, 320 Beine, 160 Fahrräder. Es ist wieder Österreich-Radrundfahrt – die 67. Auflage. Und es wird anspruchsvoll. Anspruchsvoller als in den vergangenen Jahren. "Teilweise ist es fast zu schwer", sagt Gregor Mühlberger. Der 21-jährige Niederösterreicher, der für den Felbermayr-Rennstall fährt, probiert's trotzdem. Um den Sieg, meint er, wird er nicht mitfahren können. Mühlberger versteht sich als Bergspezialist. Also will er probieren in der Bergwertung vorne mitzufahren.

Besonders bergig wird's im Rahmen der Tour am 10. Juli. Erstmals müssen Großglockner und Kitzbüheler Horn in einer Etappe bewältigt werden. Die Entscheidung über den Gesamtsieg wird wohl auf dieser, sechsten Etappe fallen. Um den Gesamtsieg mitreden will zum Beispiel Stefan Denifl. "Eigentlich sollte mir die Rundfahrt gut liegen", sagt der 27-jährige Tiroler, Radprofi im Schweizer IAM-Team. 2010 war er Siebenter bei der Ö-Tour. Heuer soll mehr herausschauen. "Ich bin ein besserer Radfahrer als vor drei, vier Jahren." Bei der Tour de Suisse gewann Denifl vor knapp zwei Wochen die Bergwertung, nachdem ihm von September bis Mai eine Knieverletzung behindert hatte.

In die Auslage fahren

Denifl ist der einzige österreichische Auslandslegionär bei der diesjährigen Tour. Aber was nicht ist, kann noch werden. Mühlberger will sich ebenso in die Auslage fahren wie Lukas Pöstlberger (23). Der Oberösterreicher in Diensten des Tirol-Cycling-Teams schaffte das heuer schon, gewann im Mai die Irland-Rundfahrt. Für den Sieg kommen außer Denifl eher keine einheimischen Radler infrage. Daniel Moreno, Spanier im Katjuscha-Team, Chris Anker Sörensen, Däne bei Tinkoff-Saxo oder Davide Formolo, Italiener bei Cannondale – wenn keine große Überraschung passiert, gewinnt einer von ihnen – oder eben Denifl. Das anspruchsvolle Profil gefällt ihm. "Ich finde, jeder Fahrertyp hat diesmal seine Chance."

"Eine Challenge" ist die Rundfahrt auch für Wolfgang Weiss. Dabei fährt er gar nicht mit. Zumindest nicht per Rad. Der Salzburger fungiert heuer erstmals und als Nachfolger von Ursula Riha als Direktor der Rundfahrt. Vor allem die kurzfristige Neuplanung von drei Teilstücken nach der Absage von Etappenorten im April sei eine große Herausforderung gewesen. Die Route findet er ausgewogen. "Es ist eine schwere Rundfahrt. Das Rennen wirklich schwer machen sich die Profis mit dem Tempo aber selber."Auftakt ist am Samstag mit einem Mannschaftszeitfahren in Wien, finale Ankunft acht Tage später in Bregenz. (APA, rie, 2.7.2015)

  • In Wien und nicht in Linz beginnt's.
    foto: apa/expa/reinhard eisenbauer

    In Wien und nicht in Linz beginnt's.

  • Der Streckenverlauf.
    grafik: apa

    Der Streckenverlauf.

Share if you care.