Ärzteeinigung: Vernünftige Lösung

Kommentar2. Juli 2015, 17:33
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Wichtiger ist, dass nun der Weg frei ist für Strukturreformen im Spitalswesen

Es ist, wie man so sagt, ein Kompromiss, bei dem "beide ihr Gesicht wahren". Die Einigung der Wiener Ärztekammer mit der Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely über ein neues Arbeitszeitgesetz und ein neues Gehaltsschema für die im Krankenanstaltenverbund (KAV) tätigen Mediziner wird nun von beiden Seiten als Erfolg gefeiert. Wahrscheinlich zu Recht. Wehsely blieb hart bis zuletzt und richtete der Kammer aus, es gebe keine Gespräche, wenn deren Verhandlungstaktik auf "Erpressung im Wahljahr" hinauslaufe. Das und die inneren Querelen, welche die Kammer seit Monaten lähmen, haben wohl den Weg zur Einigung in letzter Sekunde frei gemacht.

Die Ärztevertreter haben dabei für ihre Klientel noch etwas mehr Geld herausschlagen können. Vor allem der stressige Job in den Notaufnahmen der Spitäler wird künftig besser bezahlt. Dass die Ärzte dafür im Gegenzug für die kommenden zwei Jahre auf Gehaltserhöhungen verzichten, darf sich wiederum Wehsely gutschreiben.

Wichtiger ist, dass nun der Weg frei ist für Strukturreformen im Spitalswesen. Die Ärztekammer hat unterschrieben, dass Krankenhauspersonal künftig gerechter verteilt wird – nach Auslastung und Leistung der jeweiligen Abteilung, nicht nach Tradition. Sie hat zugestimmt, dass Jungärzte nicht mehr bis zum Umfallen arbeiten müssen und höhere Einstiegsgehälter bekommen – auch ohne zig Nachtdienste. Das klingt gut – vor allem für die Patienten. (Petra Stuiber, 2.7.2015)

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