"Reefer Madness": Der gesungene Wahnsinn der Kiffer

2. Juli 2015, 17:26
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An einen US-Aufklärungsfilm aus dem Jahr 1936 angelehntes Musical in Graz

Die Geschichte eines lieben, harmlosen Highschoolschülers (Sebastian Hiti), der ein noch lieberes, harmloseres Mädchen (Elena Saria) liebt, beginnt – wie könnte es anders sein: lieb und harmlos. Doch durch ein kleines Missverständnis gerät er in falsche Kreise. Das endet blutig.

Das Musical Reefer Madness ist an einen gleichnamigen US-Aufklärungsfilm aus dem Jahr 1936 angelehnt. Damals, lange vor Breaking Bad, glaubte man, Cannabis würde Menschen sofort süchtig, dann paranoid und bald zu einem menschenfressenden Zombie machen. Im Film lernte man auch, es sei "gefährlicher als Kokain und Opium".

Auch wenn Wissenschafter das heute eher anderen Drogen nachsagen, wurde 2005 ein Musicalfilm aus der Vorlage gemacht. Nun ist das Musical erstmals in Österreich zu sehen. Regisseur Martin Scharnhorst erarbeitete ausschließlich mit Schülern und Schülerinnen des Grazer Musikgymnasiums, die selbst im Alter der Protagonisten sind, ein schrilles Musical für das Next Liberty. Letzteres engagierte eine der jungen Sängerinnen gleich nach der Premiere weg: Deborah Posadas, die als verruchte Mae stimmgewaltig auftritt.

Das Stück kann trotz moralischer Anklänge (über Gruppenzwang und die gefährdete Jugend) auch parodistisch gelesen werden. Glitzernde Kostüme und witzige Tanzchoreografien helfen dabei. (red, 2.7.2015)

Next Liberty, Graz, 3. 7. um 9.00 und 19.30, 4. 7. um 19.30.

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