Integration in Österreich laut Studie nur mittelmäßig

2. Juli 2015, 15:47
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OECD-Studie reiht Österreich unter "Staaten, mit einer seit längerem ansässigen Zuwanderung mit niedrigem Bildungsniveau"

Berlin/Wien – Deutschland und Österreich sind in Sachen Integration unter den Industrieländern nur Mittelmaß. Zu diesem Ergebnis kommt eine Vergleichsstudie der Europäischen Kommission und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die am Donnerstag in Berlin präsentiert wurde.

Danach ist es für Zuwanderer in Kanada, Neuseeland, Australien und Israel besonders leicht, "anzukommen". Relativ gute Integrationsergebnisse stellten die Forscher in Großbritannien, der Schweiz, Luxemburg und den USA fest.

Deutschland, Österreich, Belgien, Frankreich und die Niederlande landeten auf einer dritten Stufe, wo sich vor allem "Staaten, mit einer seit längerem ansässigen Zuwanderung mit niedrigem Bildungsniveau" finden.

Noch etwas schwieriger sei die Lage in Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark, die schon vor einigen Jahren viele Flüchtlinge aufgenommen hätten, erklärte der OECD-Migrationsexperte Thomas Liebig. Besonders schlechte Integrationsnoten gab es für Griechenland, Italien und andere südeuropäische Staaten, die von der Finanzkrise betroffen sind.

Probleme am Arbeitsmarkt

Zu Österreich heißt es, dass sich die Beschäftigungssituation von Zuwanderern seit 2007 zwar verbessert habe, dass Kinder von Migranten aber noch starken Aufholbedarf gegenüber Jugendlichen ohne Migrationshintergrund hätten. In Österreich sei jeder vierte Jugendliche, dessen Eltern im Ausland geboren wurden, weder in Ausbildung noch in Beschäftigung.

In Deutschland haben die Kinder der Zuwanderer laut Studie bisher kaum vom Aufschwung am heimischen Arbeitsmarkt profitiert. Der Anteil der in Deutschland geborenen arbeitslosen Jugendlicher ausländischer Herkunft war demnach 2013 mit 15 Prozent mehr als doppelt so hoch wie der Arbeitslosen-Anteil bei Gleichaltrigen mit deutschen Eltern. In anderen OECD-Staaten lag der Unterschied zwischen diesen beiden Gruppen im Schnitt bei nur zwei Prozentpunkten. (APA, 2.7.2015)

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