Geschichten, die das Lotto spielt

3. Juli 2015, 06:40
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Aufbrausende Getränke und glückliche Fernsehköche

Wien – Kuriose Geschichten, die sich um die Schicksale von Lottomillionären ranken, sind zahlreich. Dazu zählt jene über die wohl einzigartige Glückssträhne einer Texanerin: Ob wirklich nur Zufall oder nicht, just der Mathematiklehrerin Joan Ginther ist es gelungen, zwischen 1993 und 2010 insgesamt viermal beim Lotto Millionengewinne einzustreifen. Dadurch wurde sie über die Landesgrenzen der USA hinaus bekannt – im Gegensatz dazu, was sie mit ihrem Reichtum angestellt hat. Ginther lebt nämlich zurückgezogen und lehnt Interview-Anfragen grundsätzlich ab.

In den Fruchtgenuss der Kombination einer Geschäftsidee mit einem Lottogewinn kam die Familie des Bionade-Erfinders Dieter Leipold. Bis seine Frau im Jahr 1996 einen hohen Lottogewinn erzielte, führte die Biolimonade ein Schattendasein. Sigrid Peter-Leipold steckte den Gewinn von rund einer Million D-Mark, das entspricht etwa 500.000 Euro, fast zur Gänze in das Unternehmen, worauf dem ehemaligen Kultgetränk der Durchbruch gelang. Doch der Höhenflug ebbte wieder ab, 2012 verkaufte die Familie ihre verbliebenen Anteile an den deutschen Getränkeriesen Radeberger.

Aber auch mit kleineren Summen lässt sich der Grundstock für eine spätere Karriere legen, wie der deutsche Fernsehkoch Stefan Henssler unter Beweis gestellt hat. In den 1990er-Jahren finanzierte er mit einem Lottogewinn von 44.000 D-Mark eine für ihn zuvor unerschwingliche Ausbildung in einer von japanischen Meistern geführten Sushi-Akademie in Los Angeles. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland eröffnete er 2001 sein erstes Restaurant, ab 2004 kam auch seine zweite Karriere als Fernsehkoch ins Rollen.

Rekordjackpot: 656 Millionen

Nicht überliefert ist, was die Gewinner des weltweit höchsten je geknackten Jackpots mit dem Geld gemacht haben. Dieser wurde 2012 beim amerikanischen MegaMillions mit 656 Millionen US-Dollar nach 18 Ziehungen ohne Hauptgewinn erzielt, die Summe wurde unter drei nicht namentlich genannten Gewinnern aus den US-Bundesstaaten Maryland, Illinois und Kansas aufgeteilt.

Kleinere Brötchen werden freilich in Österreich gebacken. Der höchste Gewinn von 55,6 Millionen Euro ging 2008 nach Kärnten, der höchste Sechser wurde 2012 in Wien mit 9,4 Millionen Euro erzielt. Wie aus Zahlen der Österreichischen Lotterien hervorgeht, wurden seit 1986 insgesamt 858 Personen mit Millionengewinnen beglückt. Allerdings gilt es stets zu bedenken: Im Gegenzug gingen auch viele Millionen Spieler glücklos aus den Ziehungen. (aha, 3.7.2015)

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