Libro wächst wieder

2. Juli 2015, 13:36
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Pagro soll nach Deutschland expandieren, Marke Pfennigpfeiffer könnte zugunsten von Pagro-Büroartikeln verschwinden

Wien – Erstmals seit Jahren wächst der führende heimische Fachhändler Libro wieder – das Aufmotzen der Filialen hat sich also gelohnt. Der Umsatz legte 2014/15 an den 240 Standorten zu, im Jahr davor war man deutlich weniger dynamisch als der ebenfalls zur MTB-Gruppe von Josef Taus gehörende Büroartikelhändler Pagro mit 137 Outlets. In einigen Jahren soll Pagro nach Deutschland expandieren.

Ziel sei, Pagro über die auch zur Gruppe zählende deutsche Pfennigpfeiffer-Kette (110 Filialen, 800 Mitarbeiter) eine Expansion in Deutschland zu ermöglichen, sagte Martin Waldhäusl, Geschäftsführer der MTH Retail Gruppe mit zuletzt 623,6 Mio. Jahresumsatz (+2,9 Prozent) und in Summe 752 Standorten, am Donnerstag im Bilanzpressegespräch in Wien.

Mittelfristiges Ziel

Die Konzepte von Pfennigpfeiffer und Pagro mit recht ähnlichem Sortiment (Schul-/Schreibwaren, Papeterie, Geschenksbereich) sollten näher zusammenrücken. Diese Expansion sei ein Mittelfrist-Ziel, zwei bis drei Jahre müsse man dafür ins Auge fassen. Letztlich könnte die Marke Pfennigpfeiffer in Pagro aufgehen, sagte Waldhäusl, Schwiegersohn von Taus.

Die zuletzt im Fokus gestandene Weiterentwicklung von Libro (1.400 Mitarbeiter) sei gelungen, berichtete der Geschäftsführer, etwa die Hälfte der Filialen habe man schon modernisiert. Vier neue Standorte kamen 2014/15 (per 28.2.) hinzu, fünf wurden geschlossen, somit sank die Zahl auf 240 (241), aktuell sind es 244. Das Geschäft habe sich zufriedenstellend entwickelt: "Erstmals gelang uns die Trendwende mit einem Umsatzplus sowohl absolut als auch – um ein Prozent – flächenbereinigt." Auch einen Sprung in der Profitabilität habe man durch die Umstellungen erreicht.

Libros drei Welten

Bei Libro setze man auf drei "Welten": Schule, Schenken und Unterhaltung. Technik to go finde schönen Zuspruch bei den Kunden. Beim Vertriebskanal Online bäckt man kleine Brötchen: "Bei uns entspricht das dem Umsatz von drei Filialen, BIPA hat zuletzt von einem Umsatz von sechs Filialen gesprochen", so Waldhäusl. Die klassischen Retailer würden sich als Logistiker schon etwas schwer tun in dem Bereich. Dafür wurden umgekehrt die Libro-Erlöse in den letzten Jahren durch Internet-Musik-Downloads oder Streaming-Dienste erodiert, Grund für die Filial-Umstellungen.

Ihre Filialzahl insgesamt hat die MTH-Retail-Gruppe, Teil des MTB-Imperiums von Taus, im abgelaufenen Geschäftsjahr um elf auf 752 erhöht, dabei wurden 24 neu eröffnet und 13 geschlossen. "Man muss auf die Profitabilität jedes einzelnen Standorts achten", so Waldhäusl: "Im Einzelhandel wachsen die Bäume nicht in den Himmel." So gesehen sei die EBIT-Marge von 3 Prozent (16,5 Mio. Euro) "gesund", denn im Non-food-Bereich ließen sich nachhaltig nur 3 bis 4 Prozent erreichen. Das EBITDA legte um zwölf Prozent auf fast 36 Mio. Euro zu, das sind 5,7 Prozent vom Umsatz. 22,7 Mio. Euro, 60 Prozent des EBITDA, habe man wieder neu investiert, in die Filialen, auch in Logistik (Zentrallager) und IT. (APA, 2.7.2015)

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