Skoda Superb Combi: Raumhaft stilsicher

3. Juli 2015, 18:47
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Kombis bei Skoda schreiben sich Combi, der da ist der repräsentativste der Marke, denn er baut auf dem Flaggschiff auf

Im Mai haben Sie meinen eleganten Bruder kennengelernt. Er stammt wie ich aus gutbürgerlichem Hause, konnte sich aber immer schon besser in gehobenen Kreisen bewegen. Dafür habe ich mehr praktisches Talent, mehr Sinn für die Bedürfnisse des Alltags. Und für humanistisch-klassische Diktion, schreibe ich mich doch Combi, nicht Kombi.

Müsste der Skoda Superb sich selbst vorstellen und gegenüber der Limousine charakterisieren, klänge es vermutlich irgendwie in diese Richtung. Man könnte auch mit dem alten Kalauer fortfahren: "Als ich geboren wurde, war ich noch sehr jung." Denn der Superb Combi ist der jüngste Neuzugang der erfolgreichen VW-Tochter.

Was dann aber schon wieder nicht stimmt, wäre die Fortsetzung: "Meine Eltern waren gerade nicht zu Hause." Denn diese haben penibel auf den Nachwuchs geachtet, den sie da in die Welt setzten. Doch wir wollen nicht unhöflich sein, indem wir dem Superb Combi ins Wort fallen – und lassen ihn lieber selbst fortfahren.

Fast anmutige Erscheinung

Danke, Standard. Was ich vorweg gleich mal loswerden möchte, weil ich mich so daran ergötze: Meine Familie ist jetzt Millionär. Der Bernd hat' s mir verraten, der Abel Bernd, der bei uns daheim arbeitet und immer alles weiß, auch über mich. Erstmals begeisterten sich 2014 über eine Million Menschen für uns. Rund 91.000 davon für mich und meinen Bruder. Und verstehe ich die Absichten meiner Eltern recht, sollen daraus schon 2016 an die 150.000 werden – obwohl wir doch die Krönung unseres Geschlechtes sind und es nicht zu billig geben; warum denn auch, wir haben schließlich richtig was zu bieten.

Es gibt Gerüchte, dass sogar manch sterntragender E-Klassen-Gesellschafter neidisch auf mich (und meinen Bruder Limo) blickt, schließlich habe ich praktisch dasselbe Platzangebot (bei ganz anderer Preisgebarung) ganz weit hinten zu bieten: 660 bis 1950 Liter Ladegut finden in meinem Kofferraum Platz, das überzeugt in Westeuropa die meisten unserer Sympathisanten – rund 80 Prozent wollen mich, der Rest verschaut sich in meinen Bruder.

Mag sein, das werden nun mehr, da er gar so ein Feschak ist, ich kann aber auch gut mithalten. Anmut und Grazie, schrieb mir unlängst wer ins Stammbuch, seien in diesen nicht nur ethisch, sondern auch ästhetisch verrohten Zeiten eine Seltenheit, sie müssten gepflegt werden wie ein seltenes Pflänzchen. Ja, meinte er weiter, trotz meiner Größe sei ich eine fast anmutige, grazile Erscheinung. Ich würde so was aber nie über mich sagen. Bescheidenheit ist meine Zier, protzen mögen andere.

Sachliche Noblesse

Ich kann indes auch bei der Anmutung punkten. Durch sachliche Noblesse. In mir fühlt man sich wohl. Jedenfalls habe ich nichts Gegenteiliges gehört bei der ersten Ausfahrt im schönen Bayernland, mit all diesen Menschen, die ihre Meinung über mich in Zeitungen oder in der Welt der Nullen, Einsen und Schirme (da meine ich nicht den analogen, den ich mitführe, um Sie vor den Unbilden der Witterung zu schützen) kundtun.

Es mag Sie überraschen, aber für Ellbogengesellschaft habe ich was übrig. Nirgendwo bei den Typen, die sich mit mir messen, werden Sie so viel Ellbogenfreiheit finden. Und Kopffreiheit. Und solche für die Knie, besonders in Reihe zwei, fragen Sie Adriana Karembeu. Und – aber was rede ich, schau'n Sie sich das selber an, treten Sie näher, nehmen Sie Platz.

Viel halte ich von Produkthaftung. Im Kofferraum. Schnappen Sie sich die flexiblen Kunststoffwinkel mit Klettverschluss, setzen Sie diese hinter Koffern oder Taschen auf den Kofferraumboden, und schon haftet alles wunderbar, ohne herumzukugeln; denn das macht mich immer ganz nervös.

Vorbildlich enthaltsam

Was Sie noch wissen sollten? Man sagt uns Böhmen stets gewaltigen Durst nach, Pivo und so. Stimmt gar nicht! Gegenüber meinem Vorgänger bin ich geradezu vorbildlich enthaltsam, bis zu 30 Prozent weniger vom kostbaren Safte konsumiere ich, nur vier Liter beispielsweise, wenn Sie als Herz den 1,6 TDI (120 PS) wählen.

Und weil hinterm Bayernland, dort in Österreich, nicht die Bäume, aber die Berge in den Himmel zu wachsen scheinen: Für solche Fälle verrichte ich meine Dienste sogar auf allen vieren. Damit ja niemand den Kontakt mit dem Boden verliert. Das haben schon die Politiker, das reicht. 4x4 steht dann in meinem Identitätsnachweis, und wer sich damit kombiniert ein Maximum unter meiner Haube gönnen will, dem empfehle ich den 2,0 TSI mit 280 PS.

Ein kleines Geheimnis verrate ich Ihnen noch, sofern Sie's nicht weitererzählen: In ein paar Jahren wollen meine Eltern mich zur modellierenden Pflege schicken; mag sein, dass ich von der mit doppeltem Herzen zurückkehre. Hybrid, nein: Plug-in Hybrid schreiben sie mir dann womöglich hinten drauf.

"Anschließend ging ich mit meinem Bruder auf die Wanderschaft. Der war nämlich Pfadfinder. Was der schon alles gefunden hat, das haben andere noch gar nicht verloren." Richtig, mit mir finden Sie sich gut zurecht. Navigatorisch sowieso, jetzt aber auch smartphonetisch, per Smartlink: Androide, Mirrorlinke, Applefreunde – ich verbinde Sie superb. (Andreas Stockinger, 3.7.2015)

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Skoda

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

  • Der Superb Combi streckt sich auf 4,86 Meter.
    foto: skoda

    Der Superb Combi streckt sich auf 4,86 Meter.

  • Mit 660 bis 1950 Liter Volumen darf der Kofferraum als riesig bezeichnet werden.
    foto: skoda

    Mit 660 bis 1950 Liter Volumen darf der Kofferraum als riesig bezeichnet werden.

  • Der Wert liegt exakt auf Augenhöhe mit dem E-Klasse T-Modell von Mercedes.
    foto: skoda

    Der Wert liegt exakt auf Augenhöhe mit dem E-Klasse T-Modell von Mercedes.

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