Das Monster Lastkraftwagen

3. Juli 2015, 18:44
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Anstrengungen um die Reduktion des CO2-Ausstoßes auf der einen, ein boomendes Geschäft mit Lastwagen auf der anderen Seite

Während auf der einen Seite mit großen Anstrengungen um die Reduktion des CO2-Ausstoßes gekämpft wird, boomt auf der anderen Seite das Geschäft mit den Lastwagen. Der Verkehr auf unseren Autobahnen wird von Lkws beherrscht. Immer wieder muss eine weitere Spur dazugebaut werden, damit sie auch alle Platz haben.

Der Lastwagen ist aus einer unheiligen Allianz aus Umweltvorschriften zur Eindämmung des Lkw-Verkehrs und dem unbedingten Bekenntnis der EU zum freien Warenverkehr zum Monster geworden. Immer neue schadstoffärmere Lkws werden gekauft, weil die alten schadstoffreichen mit hoher Maut belegt oder überhaupt verboten werden. Das funktioniert wie ein Perpetuum mobile. Da muss ein Fehler im strategischen Rechenmodell sein, dass sich das rentiert.

Lkws ohne Fahrer

Die Entscheidung, ob es denn überhaupt sinnvoll ist, immer noch mehr Güter mit dem Lkw statt mit der Bahn zu transportieren, wird den Kräften des freien Marktes überlassen, anstatt schon vorher politisch gestalterisch einzugreifen, damit die Bahn auf dem Markt eine Chance hat, ihre Transportaufgabe auch ordentlich zu erfüllen.

Stattdessen wird an einer neuen Art von Zügen gebastelt: Lkws, die ohne Fahrer über die Autobahn schnüren sollen. Man könnte zynisch sagen: Während das Menschenmaterial in öffentliche Verkehrsmittel gezwängt wird, dürfen die Güter mit dem Taxi fahren. 2013 wurden in Österreich über 300 Millionen Tonnen auf der Straße transportiert, nicht einmal 100 Mio. auf der Schiene. In den USA ist dieses Verhältnis umgekehrt. (Rudolf Skarics, 3.7.2015)

  • 300 Millionen Tonnen Güter wurden in Österreich 2013 auf der Straße transportiert.
    foto: tobias hase/dpa

    300 Millionen Tonnen Güter wurden in Österreich 2013 auf der Straße transportiert.

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