"Batman: Arkham Knight": Hersteller wusste offenbar seit Monaten von den PC-Problemen

2. Juli 2015, 10:33
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Insider erheben schwere Anschuldigungen gegen Warner Bros.

Warner Bros. wusste offenbar schon seit einigen Monaten über den mangelhaften Zustand der PC-Version von "Batman: Arkham Knight" Bescheid und entschied sich dennoch, das Spiel zu veröffentlichen. Dies sollen zumindest gleich mehrere mit der Produktion vertraute Quellen der Branchenseite Kotaku verraten haben. Einige davon seien direkt an der Qualitätssicherung beteiligt gewesen. Dabei hätte der Herausgeber einen klaren Fokus auf die Konsolenfassungen für PS4 und XBO gelegt. Von 100 QA-Testern seien lediglich zehn auf die PC-Portierung angesetzt worden.

"Batman: Arkham Knight" für PC war zum Marktstart derart fehlerhaft, dass Herausgeber Warner Bros. sie aufgrund massenhafter Kundenbeschwerden vorläufig wieder aus dem Handel nehmen musste. "Wir entschuldigen uns bei all jenen, die Probleme mit 'Batman: Arkham Knight' auf PC verzeichnen. Wir nehmen diese Beschwerden sehr ernst und haben uns deshalb dazu entschieden, den Verkauf der PC-Version einzustellen, um die Probleme zu bereinigen und unseren Qualitätsstandards zu entsprechen", hieß es damals in einer offiziellen Stellungnahme.

Schwere Anschuldigungen

Laut dem Insider-Bericht scheint der Hersteller allerdings weniger Rücksicht auf potenzielle Probleme für PC-Kunden genommen zu haben. "Es ist ganz schön unverschämt von Warner Bros. so zu tun, als hätten sie keine Ahnung gehabt, dass (das Spiel) sich in einem derart schlechten Zustand befand", sagt einer der Tester. "Es war seit Monaten so und alle Probleme, die wir jetzt sehen, waren schon vor fast einem Jahr die gleichen."

Dass Warner Bros. die ursprünglich für Ende 2014 vorgesehene Veröffentlichung auf Junis 2015 verschieben musste, scheint auch auf Schwierigkeiten mit der Konsolenentwicklung zu tun gehabt zu haben. "Für Monate war es unmöglich, es auf den Konsolen zum Laufen zu bringen." Die Anstrengungen hätten sich schlussendlich zumindest für die Konsolenfassung gelohnt: Auf PS4 und XBO ist "Batman: Arkham Knight" bisher vielfach für seine Produktionsqualitäten gelobt worden.

Probleme für die Tester

Dass die Probleme der PC-Version nicht mehr vor dem Marktstart bereinigt werden konnten, sei dem Umfang des Spiels zuzuschreiben. "Manche unserer Tester machten mehr als 100 Bugs pro Tag aus", so ein Insider gegenüber Kotaku. "Die Entwickler haben gerichtet, was sie konnten, doch sie mussten gleichzeitig das Spiel fertigstellen, weshalb alles sehr schleppend voran ging."

Korrumpiert wurde die Fehlerbereinigung schließlich auch dadurch, dass das gesamte Game bei einer Auflösung von 720p von den QA-Testern geprüft wurde. Dadurch seien Performanceprobleme bei höheren Auflösungen erst gar nicht aufgefallen. Dass die wenigen für die PC-Fassung bestellten Tester überfordert waren, sei offensichtlich gewesen. Dennoch hatte sich Warner Bros. aus Angst vor Leaks dagegen entschieden, zusätzlich externe Tester hinzu zu ziehen.

Es ist unterdessen nicht das erste Mal, dass Warner einen mangelhaften PC-Port veröffentlicht hat. Schon bei "Batman: Arkham Origins" monierten PC-Spieler zahlreiche technische Fehler. (zw, 2.7.2015)

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    foto: "batman: arkham knight"
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