Wenige Frauen in der Spitzenforschung – wenige Preise

2. Juli 2015, 09:16
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Weltweit nur 30 Prozent der ForscherInnen weiblich – Nur 46 Frauen bekamen bisher den Nobelpreis

Lindau – Die Nobelpreisträgertagung in Lindau am Bodensee beschäftigt sich in diesem Jahr auch mit dem Thema Frauen in der Spitzenforschung. Weltweit seien nur rund 30 Prozent aller ForscherInnen weiblich, teilte das für die Tagung zuständige Kuratorium mit. Noch geringer sei der Anteil unter den NobelpreisträgerInnen: Seit 1901 wurden 814 Männer und 46 Frauen ausgezeichnet.

Bei der 65. Tagung der NobelpreisträgerInnen treffen sich 65 SpitzenforscherInnen bis Freitag mit rund 650 NachwuchswissenschaftlerInnen, um zu diskutieren und sich über ihre Forschungsthemen auszutauschen. Der Anteil der Frauen liege diesmal bei 42 Prozent, heißt es beim Kuratorium. Im vergangenen Jahr waren mit 52 Prozent sogar erstmals mehr weibliche als männliche NachwuchsforscherInnen dabei.

Vorbild für Mädchen

Die jungen Wissenschaftlerinnen fungierten als Botschafterinnen, Mentorinnen und Multiplikatorinnen, betonte auch der Vorsitzende der Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertreffen, Wolfgang Schürer. "Sie sind Vorbild für junge Mädchen." Neben dem demografischen Argument stehe der soziale Rollenwandel. "Junge Frauen sind gerade in Schwellenländern relativ häufig Motoren sozialen Wandels und von Bewegungen hin zu offenen Gesellschaften."

Bei der Auswahl der NachwuchswissenschaftlerInnen, die zur Tagung nach Lindau fahren dürfen, werde aber keine Frauenquote angewandt. "Alle jungen Wissenschaftlerinnen sind hier aufgrund ihres Leistungsausweises", sagte Schürer. (APA, 2.7.2015)

  • Eine Medaille mit dem Konterfei von Alfred Nobel.
    foto: apa

    Eine Medaille mit dem Konterfei von Alfred Nobel.

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