Thiem gibt Spiel gegen Verdasco aus der Hand

1. Juli 2015, 18:44
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Fünfsatzniederlage nach 2:1-Satzführung und 3:1-Führung im fünften, kein Österreicher mehr im Wimbledon-Einzel unterwegs

London – Dominic Thiem ist am Mittwoch in der zweiten Runde des Grand-Slam-Turniers von Wimbledon ausgeschieden, hat aber mit ausgezeichneter Leistung Hoffnungen auf künftige Top-Ergebnisse auch auf Rasen geweckt. Der 21-Jährige unterlag am Mittwoch dem Spanier Fernando Verdasco, dem Viertelfinalisten von 2013, nach 3:15 Stunden mit 7:5, 4:6, 7:5, 3:6, 4:6. Damit ist Österreichs Tennis im Einzel nicht mehr vertreten.

Thiem ging mit der Erfahrung von nur sieben Rasenmatches in das Duell mit dem Routinier, der in seinem bereits 13. Wimbledon-Turnier nun um den fünften Achtelfinal-Einzug spielt. Doch zu Beginn war von einem Klasse-Unterschied – Thiem hat erst zwei Duelle auf dem für ihn ungewohnten Untergrund gewonnen – nichts zu merken.

Der Niederösterreicher ging sogar mit 2:1 Sätzen in Führung, nachdem er im dritten seine achte Breakchance verwertet hatte. Der zehn Jahre ältere Spanier fand in dieser Phase keine einzige Breakchance vor, nahm aber dem Schützling von Coach Günter Bresnik in der Folge zum 4:2 den Aufschlag ab und schaffte so den Satzgleichstand.

Nicht zuletzt die Erfahrung half dem Spanier im Finish seines heuer bereits zweiten Fünfsatz-Matches: Nach Aufschlagverlust Verdascos zum 1:3 war für Thiem die Tür weit offen und ein mögliches Duell mit French-Open-Gewinner Stan Wawrinka (SUI/4) winkte – doch die frühere Nummer sieben der Welt (aktuell 43.) nahm der Nummer 30 das Service zum 2:3 und 5:4 (nach 40:15-Führung für Thiem) ab und verwertete seinen zweiten Matchball. Das ging am Ende leider ruck, zuck.

Angezogene Handbremse

Die Rekordtemperatur von 35,7 Grad in Wimbledon meisterte Thiem – "die Hitze war nicht so schlimm" – scheiterte aber nach eigenen Worten an Kleinigkeiten. Nach dem Break im fünften Satz, bei 3:1-Führung und zwei Spielbällen, habe er verkrampft gespielt, ärgerte sich Österreichs Nummer eins. "Ich habe die Handbremse angezogen. Das darf einfach nicht passieren. Das war eine sehr, sehr bittere Niederlage."

Verdasco habe unabhängig von Stand und Zeitpunkt sein Spiel heruntergespielt, er selbst sei in der entscheidenden Phase einfach zu verhalten gewesen, meinte Thiem. "Fünf Sätze mit solchen Chancen, so eine Niederlage tut besonders weh", gab der Nizza-Sieger zu und sagte, er sei "extremst frustriert".

Schließlich fand Thiem aber doch auch positive Aspekte bei seinem "bisher besten Rasenmatch". Er habe vor dem Turnierauftakt Schlimmeres befürchtet. "Aber ich kann auch einiges daraus lernen für die nächsten Jahre. Mit mehr Erfahrung und einigen verbesserten Dingen kann ich sicher gut spielen auf Rasen."

Thiem spielt nun zweimal auf Sand in der deutschen Tennis-Bundesliga und hat dann fünf Tage Zeit, um sich auf den Davis Cup in Kitzbühel (17. bis 19. Juli) vorzubereiten. (APA, red, 1.7.2015)

  • Dominic Thiem hat den erfahrenen Wimbledon-Fachmann Fernando Verdasco mehr als nur geärgert.
    foto: epa/arrizabalaga

    Dominic Thiem hat den erfahrenen Wimbledon-Fachmann Fernando Verdasco mehr als nur geärgert.

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