Bankia zahlt erstmals seit Rettung Dividende

1. Juli 2015, 17:50
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Geldhaus erhielt 20 Milliarden von Eurozone-Mitlgeidern

Madrid – Drei Jahre nach dem Beinahe-Zusammenbruch und der Verstaatlichung zahlt die spanische Großbank Bankia erstmals wieder eine Dividende. Pro Aktie sollen 1,41 Cent ausgeschüttet werden, wie die Bank am Mittwoch mitteilte.

Insgesamt werden 202 Mio. Euro ausgeschüttet. Davon gehen 128 Mio. Euro an das Mutterhaus BFA, das zu hundert Prozent in Staatsbesitz ist. Die Dividendenzahlung zeige, dass die Bankia rentabel und "sehr zahlungskräftig" sei, erklärte Bankchef José Ignacio Goirigolzarri.

Die viertgrößte Bank Spaniens war 2010 durch den Zusammenschluss von sieben angeschlagenen Sparkassen entstanden. Im Mai 2012 musste das Institut schließlich selbst verstaatlicht werden und wurde so zum Symbol für die Finanzkrise in Spanien. Die Länder der Eurozone gewährten dem in einer tiefen Krise steckenden spanischen Bankensektor Hilfen von 41,4 Mrd. Euro, von denen die Bankia 20 Mrd. Euro erhielt.

Die Probleme des spanischen Finanzsektors, hervorgerufen durch das Platzen einer Immobilienblase, weckten Befürchtungen, Spanien müsse als ganzes Land unter den Eurorettungsschirm. Die Bankia musste für die Finanzhilfen ihr Geschäft umbauen und verkleinern.

Zuletzt war die Bank im Zuge von Korruptionsermittlungen gegen den früheren Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Rodrigo Rato, erneut in die Schlagzeilen geraten. Rato, der die Bankia 2010 bis 2012 geleitet hatte, wird Betrug, Unterschlagung und Kontenfälschung beim Börsengang der Bank 2011 vorgeworfen. In einem anderen Verfahren geht es um schwarze Kreditkarten der in der Bankia aufgegangenen Caja Madrid, mit denen Rato und dutzende weitere Persönlichkeiten etwa 15,5 Mio. Euro für private Zwecke ausgegeben haben sollen. (APA, 1.7.2015)

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