Wie viel Abgeordnete dazuverdienen

Infografik2. Juli 2015, 13:50
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Die Mandatare der drei Großparteien verdienen besonders gut neben ihrem Abgeordnetengehalt. Nur zwei Mandatare der Grünen kommen über 1.000 Euro im Monat

Jährlich müssen die Abgeordneten des Nationalrats und des Bundesrats ihre Nebeneinkünfte angeben. Ende Juni endete die Meldefrist für das Jahr 2014. Angegeben werden die Quellen für das Einkommen sowie die Einkommenskategorie, in der sich der Abgeordnete im jeweiligen Jahr befand.

Im Nationalrat stellt die FPÖ die größte Gruppe in der Spitzenkategorie. Vier der insgesamt neun Nationalratsabgeordneten, die monatlich mehr als 10.000 Euro zusätzlich verdienten, sind Abgeordnete der Freiheitlichen. Darunter Herbert Kickl, der für seine strategische Arbeit bei der Partei ein mindestens fünfstelliges Monatsgehalt bezieht.

Der einzige andere Parteiangestellte in dieser Gruppe war SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos. Neben ihm hatte noch ein weiterer SPÖ-Abgeordneter über der 10.000-Euro-Grenze verdient. Die ÖVP stellte drei Nationalratsabgeordnete in der höchsten Kategorie.

foto: apa/robert jaeger
Straches Vertrauter Herbert Kickl (li.) kommt zusätzlich zum Abgeordnetengehalt auf mehr als 10.000 Euro monatlich.

Grüne verdienen wenig

Am anderen Ende des Spektrums stehen die Grünen. Mehr als die Hälfte der 24 grünen Nationalratsmandatare verdienten nichts zu ihrem Abgeordnetengehalt hinzu. Nur zwei grüne Abgeordnete kamen auf einen Zuverdienst von mehr als 1.000 Euro im Monat: Gabriela Moser und Bruno Rossmann.

Nach Marcus Franz, der mittlerweile ebenso wie Georg Vetter zur ÖVP gewechselt ist und in der Statistik zu dieser gezählt wird, war Kathrin Nachbaur Spitzenverdienerin im Team Stronach. Als Geschäftsführerin der Frank Stronach Beteiligungs GmbH, Angestellte bei der Firmengruppe des Parteigründers und Leiterin der Parteiakademie verdiente sie mehr als 7.000 Euro. Gemeinsam mit den ÖVP-Abgeordneten Brigitte Jank und Angelika Winzig gehörte sie zu den drei Frauen, die zwischen 7.000 und 10.000 Euro dazuverdienten. Weibliche Spitzenverdienerin war die ÖVP-Abgeordnete Michaela Steinacker, die als Generalbevollmächtigte einer Raiffeisen GmbH und als Delegierte einer Privatstiftung in der höchsten Kategorie landete.

ÖVPler Spitzenverdiener bei Bundesräten

Auch im Bundesrat verdienen die Abgeordneten der ÖVP und SPÖ gut. Die Volkspartei stellt vier der sechs Bundesratsmandatare, die mehr als 7.000 Euro im Monat verdienen. Auch Magnus Brunner, der als einziges Bundesratsmitglied mehr als 10.000 Euro verdient, gehört der ÖVP an. (Michael Bauer, 2.7.2015)

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