"Safari ist der neue Internet Explorer"

1. Juli 2015, 14:13
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Entwickler kritisiert immer schwächer werdendes Interesse von Apple

Eines ist unumstritten: In den letzten Jahren gab es eine rasante Weiterentwicklung bei Webbrowsern. Wo einst der Internet Explorer alles dominierte, und jeden Fortschritt zu erdrücken schien, gibt es heute einen lebhaften Wettbewerb der Hersteller. Und doch steigt auch aktuell wieder ein einzelner Anbieter auf die Bremse – und es ist nicht Microsoft.

Klare Worte

"Safari ist der neue Internet Explorer" fasst der für Squarespace tätige Softwareentwickler Nolan Lawson in einem Gastkommentar für Arstechnica seine Einschätzung zusammen. Apple ziehe sich immer stärker aus der aktiven Webentwicklung zurück oder liefere halbherzige Implementationen neuer Standards.

Symptomatisch

Die vor kurzem abgehaltene EdgeConf, eine Konferenz, bei der sich alles trifft, was in der Web-Entwicklung Rang und Namen hat, ist hierfür ein guter Indikator. So waren sowohl von Google als auch Mozilla, Opera und Microsoft mehrere Entwickler anwesend, und diskutierten angeregt über neue Schnittstellen. Nur einer der großen Hersteller ließ komplett aus: Apple.

Unsicherheit

Das könnte man als einmaligen Ausrutscher abtun, die Realität sei aber, dass Apple mittlerweile bei der aktiven Entwicklung des Browsers weit hinterherhinke. Bei all den aktuell debattierten APIs zeige sich das selbe Bild: Während alle anderen Hersteller bereits aktiv entwickeln, gebe es von Apple bisher keine Pläne diese überhaupt zu implementieren.

Zudem würden viele neue Funktionen nur halbherzig umgesetzt. Dies zeige sich etwa sehr gut am Beispiel von IndexedDB, das zur lokalen Speicherung von Daten im Browser gedacht ist. Bei Firefox, Chrome und Internet Explorer wird dieses seit 2012 unterstützt, Apple ist dann Mitte 2014 mit einer "verblüffend inkompetenten Implementation" nachgezogen, die de fakto unbenutzbar sei.

Geheim

Auch werde praktisch nichts mehr, was bei Apple an Browserentwicklung passiert, nach außen kommuniziert. Apple sei wie Santa Claus, der einmal im Jahr – zur WWDC – Geschenke verteilt – welche sei aber nicht berechenbar. Und die Zahl der Fortschritte gehe dabei immer weiter zurück.

Überlegungen

Für die Zukunft müssten sich Webentwickler jedenfalls überlegen, wie sie mit dieser Situation umgehen wollen, immerhin hat Safari nicht zuletzt durch seine zentrale Rolle bei iOS eine nicht zu unterschätzende Verbreitung. Zumal Apple keine Browser mit eigener Rendering Engine zulässt. Eine vollständiges Ignorieren wird also nicht funktionieren, klar sei aber auch, dass sich das restliche Web nicht durch Apple zurückhalten lassen dürfe. (red, 1.7.2015)

  • Safari: Apples Browsers für OS X und iOS.
    grafik: apple

    Safari: Apples Browsers für OS X und iOS.

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