Freifinanziertes Eigentum in Wien im Schnitt bei 4.555 Euro

5. Juli 2015, 10:00
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350 freifinanzierte Projekte wurden und werden im Wiener Wohnbau in den Jahren 2014 bis 2019 umgesetzt. Ein Fünftel wendet sich an Anleger

Wien braucht Wohnungen, und immer mehr davon werden nicht im Rahmen der Wohnbauförderung, sondern freifinanziert gebaut. Der Standortberater Standort+Markt hat gemeinsam mit dem deutschen Immobilienberater Bulwiengesa wie schon im Vorjahr auch heuer wieder eine Marktstudie zu diesem Segment erstellt, die doch einige interessante Zahlen liefert – insbesondere im Vergleich mit der letztjährigen Ausgabe der Studie.

So nahm die durchschnittliche Wohnungsgröße bei den einbezogenen Neubauprojekten in einem Jahr von 83 auf 79 Quadratmeter ab. Auch der Durchschnittspreis je Quadratmeter sank von 4.745 auf 4.555 Euro, was aber damit zu tun haben wird, dass die 2013 fertiggestellten Luxuswohnungen im "Goldenen Quartier" mit Preisen bis zu 27.000 Euro nun nicht mehr in der Studie enthalten sind.

Die Preise reichen nun von 2.390 bis 18.980 Euro. Wenig überraschend sind sie in der Innenstadt sowie in der Josefstadt und in Döbling am höchsten, in Simmering, Favoriten und Liesing am niedrigsten.

18.272 Wohnungen von 2014 bis 2019

Insgesamt zählten die Studienautoren 18.272 Wohnungen in 350 freifinanzierten Neubauprojekten, die in den Jahren 2014 bis 2019 entweder in Planung, in Bau oder gerade fertiggestellt waren. Gezählt wurden allerdings nur größere Projekte mit zehn oder mehr Wohneinheiten, wodurch sich möglicherweies eine gewisse Unschärfe in die Studie schwindeln konnte; denn immerhin ein ganzes Drittel der gezählten Projekte weist nur bis zu 19 Wohneinheiten auf. Ein weiteres Drittel liegt in der Kategorie 20 bis 39 Wohneinheiten.

Das letzte Drittel hat 40 oder mehr Einheiten, wobei die Spanne bis zu 800 reicht. Verantwortlich dafür ist das von der Premium Immobilien AG angekündigte Großprojekt am Handelskai 100 im 20. Bezirk, das fast direkt neben der Millennium City liegt.

Weitere Großprojekte mit 500 und mehr Wohneinheiten sind die "Danube Flats" im 22. Bezirk, das "Triiiple" im ehemaligen Hauptzollamt im 3. Bezirk (für beide Projekte wurden in dieser Woche im Gemeinderat Umwidmung und "städtebauliche Verträge" beschlossen) sowie das ehemalige Postbus-Areal, ebenfalls im 3. Bezirk. Alle vier Projekte befinden sich noch in der Planungsphase. Das durchschnittliche Volumen aller freifinanzierten Neubauprojekte in Wien beträgt 52 Wohnungen pro Bauvorhaben.

71 Prozent für Selbstnutzer

Von den 350 Projekten waren zum Stichtag der Studie Anfang Mai 30 Prozent in Bau, 31 Prozent fertiggestellt und 34 Prozent in der Planungsphase. Fünf Prozent waren in Bauvorbereitung.

Nach Nutzern kategorisiert ergab sich folgendes Bild: Eine große Mehrheit der Projekte ist demnach für Eigennutzer vorgesehen, nämlich 71 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch 74 Prozent. 19 Prozent richten sich sowohl an Eigennutzer als auch an Anleger, und zehn Prozent ausschließlich an Anleger.

Für das Jahr 2017 wird die höchste Zahl an Fertigstellungen im Untersuchungszeitraum erwartet, nämlich rund 4.500 in etwas mehr als 70 Projekten. Die höchste Anzahl an Projekten sollte aber 2016 auf den Markt kommen, nämlich 96 (mit etwas weniger Wohneinheiten als 2017, nämlich etwa 3.300).

Im heurigen Jahr werden voraussichtlich 84 Projekte mit einem Volumen von 3.094 neuen Wohneinheiten fertiggestellt. Bei mehr als einem Drittel der Bauvorhaben wurden die Arbeiten in den ersten fünf Monaten des Jahres bereits abgeschlossen. (mapu, 5.7.2015)

  • Das Projekt "Triiiple", das von der Soravia Group und der BIG-Tochter ARE im 3. Bezirk umgesetzt werden will, ist eines der größten geplanten Bauvorhaben in Wien. Laut den Entwicklern sollen hier 700 bis 800 Wohnungen entstehen.
    visualisierung: zoom.vp.at

    Das Projekt "Triiiple", das von der Soravia Group und der BIG-Tochter ARE im 3. Bezirk umgesetzt werden will, ist eines der größten geplanten Bauvorhaben in Wien. Laut den Entwicklern sollen hier 700 bis 800 Wohnungen entstehen.

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