AK-Studie: Berufstätige Mütter in Ferien auf private Hilfe angewiesen

1. Juli 2015, 13:24
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Nur acht Prozent der Vollzeit- und fünf Prozent der Teilzeitbeschäftigten können durchgehend Betreuungseinrichtung nutzen

Wien – Rund 90 Prozent der berufstätigen Mütter mit Schulkindern brauchen in den Ferien private Hilfe, um eine durchgehende Kinderbetreuung organisieren. Das zeigt eine Studie der Arbeiterkammer (AK). Rund ein Fünftel fährt nicht mit dem Partner auf Urlaub, damit immer jemand bei den Kindern ist.

Für die Studie wurden mehr als 1.200 Interviews mit Frauen in allen Bundesländern geführt, die ein oder mehrere Kinder zwischen fünf und 14 Jahren haben. Drei Viertel der Befragten waren vollzeiterwerbstätig, ein Viertel teilzeitbeschäftigt – allfällig im Haushalt lebende Partner in beiden Gruppen gingen einer Vollzeit-Erwerbstätigkeit nach.

Vor allem Großeltern helfen

Nur acht Prozent der vollzeitbeschäftigten und fünf Prozent der teilzeitbeschäftigten Mütter können in den Ferien durchgehend eine Betreuungseinrichtung wie etwa Horte, Ferienangebote der Schule oder eine organisierte Privatbetreuung (z.B. durch Sportvereine) nutzen. Private Hilfe für die Mütter bei der Betreuung kommt primär von Großeltern, anderen Verwandten oder Freunden/Freundinnen oder anderen Haushaltsangehörigen (z.B. Partner). Zwei Drittel der berufstätigen Mütter löst die Betreuungsfrage einzig und allein auf privaten Wegen.

Weitere Ergebnisse: In Großstädten spielen institutionelle Angebote dabei eine größere Rolle als in ländlichen Gebieten. Befragte mit niedrigeren Tätigkeitsniveaus (und damit erwartbar geringeren Einkommen) nutzen Betreuungseinrichtungen weit seltener als Höherqualifzierte. Mütter mit Migrationshintergrund setzen häufiger auf private Hilfe. Wie erwartet sind die Kosten für Betreuungsangebote in den Ferien höher als während des Schuljahrs.

Kein gemeinsamer Urlaub möglich

Folge des Eigen-Einsatzes bzw. jener des Partners bei der Ferienbetreuung: Rund ein Fünftel kann mit dem Partner keinen gemeinsamen Familienurlaub machen, damit immer einer bei den Kindern sein kann.

AK-Präsident Rudi Kaske forderte in einer Aussendung mehr öffentliche Betreuungsangebote bzw. leistbare Feriencamps. So hätten etwa die Wiener Horte auch in den Ferien geöffnet. Bei Bedarf solle es auch Nachhilfe in der öffentlichen Ferienbetreuung geben. (APA, 1.7.2015)

  • Mit den Sommerferien beginnt für viele Frauen die Suche nach Möglichkeiten der Kinderbetreuung.
    foto: apa/patrick pleul

    Mit den Sommerferien beginnt für viele Frauen die Suche nach Möglichkeiten der Kinderbetreuung.

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