Helga Nowotny wird Forschungsrätin

1. Juli 2015, 07:00
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Das Beratungsgremium der Regierung wird großteils neu besetzt, Hannes Androsch bleibt Vorsitzender

Die Molekularbiologin Renée Schroeder erhielt kürzlich einen freundlichen Brief. Darin wird ihr für die Arbeit gedankt, die sie in den vergangenen fünf Jahr als eines von acht Mitgliedern des Rats für Forschung- und Technologieentwicklung geleistet hat. Nun werde das Gremium aber neu besetzt, heißt es da. "Das ist auch ok für mich", meint Schroeder gegenüber dem STANDARD. Und beteuert keinen Groll zu hegen.

Freilich wird der Forschungsrat nicht zur Gänze neu besetzt. Der Industrielle Hannes Androsch bleibt dem Vernehmen nach Vorsitzender des Rats, darauf sollen sich Infrastrukturministerium und Wissenschaftsministerium geeinigt haben. Die beiden Ressorts beschicken das Gremium traditionell mit je vier Räten. Auch der Humangenetiker Markus Hengstschläger dürfte weitere fünf Jahre bleiben. Fix dazu kommen soll die Wissenschaftsforscherin und ehemalige Präsidentin des Europäischen Forschungsrats ERC, Helga Nowotny, Sie wird den Vorsitz im ERA Council, einem Beratungsgremiums von Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) behalten.

Wechsel

Insgesamt sechs Räte werden nicht verlängert. Neben Schroeder sind das Peter Skalicky, ehemaliger Rektor der TU Wien, der stellvertretender Vorsitzender war, Gi Eun Kim, Universitätsprofessorin für Biotechnologie an der Seokyeong University in Seoul, Gabriele Ambros, die Leiterin des Bohmann-Verlages, die Unternehmensberaterin Karin Schaupp und die Rechtswissenschafterin Marianne Hilf, derzeit Universität Bern.

Eine in der Vergangenheit auch von der Industriellenvereinigung (IV) geforderte Zusammenlegung von Forschungsrat und Wissenschaftsrat, der das Wissenschaftsministerium in universitären Belangen berät, scheint derzeit vom Tisch zu sein. Eine engere Zusammenarbeit der Räte wird aber von Experten gefordert, gab es doch auch Studien von beiden Räten zu ähnlichen oder gleichen Themen – wie zum Beispiel zu den Medizinischen Universitäten.

Die neue Funktionsperiode des Forschungsrats beginnt am 6. September. Die genaue Zusammensetzung des Gremiums soll in den nächsten Tagen feststehen. (Peter Illetschko, 1.7.2015)

  • Helga Nowotny, Forschungsrätin.
    foto: apa/pfarrhofer

    Helga Nowotny, Forschungsrätin.

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