Brückenschlag zwischen Wien und Bisamberg

29. Juni 2015, 19:26
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Wien hat wieder einen Volleyball-Erstligisten – die hotVolleys fusionieren mit dem Aufsteiger aus Niederösterreich

Wien – Vor dem Palais Coburg in der Wiener Innenstadt herrscht reger Betrieb. Polizisten, internationale TV-Stationen haben Stellung bezogen. Im Palais verhandelt unter anderen US-Außenminister John Kerry über einen Atomvertrag mit dem Iran. Rund 100 Meter weiter, Hotel Marriott, Parkring 12a, wird schon ein Verhandlungserfolg verkündet. Das Medieninteresse ist trotzdem geringer. Es geht nicht um Atompolitik, es geht um Volleyball. Vertreter aus Wien und Bisamberg konnten sich leicht einigen. Die hotVolleys aus Wien und die Sportunion aus Bisamberg (Niederösterreich) tun sich zusammen, bilden eine Herren-Volleyball-Spielgemeinschaft. Und da Bisamberg in der Vorsaison aufgestiegen ist, agiert man in der ersten Liga (AVL).

"Eine Wunde wurde geschlossen", sagt Peter Kleinmann. "Dass keine Mannschaft aus Wien in der AVL gespielt hat, hat schon wehgetan." Vor einem Jahr hatte Kleinmann seine Managertätigkeit bei den hotVolleys aufgegeben – vor allem wegen der prekären finanziellen Lage des Klubs. Kleinmann hatte privat Geld zugeschossen. "Diesen Stress will ich mir nicht mehr antun", hatte er damals gesagt. 18 Meistertitel haben die hotVolleys geholt, alle unter Manager Kleinmann. Nach dessen Rückzug spielten die Hotvolleys in der Vorsaison mit einem Nachwuchsteam in der zweiten Liga.

Initialzündung

Beim nunmehrigen Fusionsklub SG Sportunion Bisamberg-hotVolleys Wien werde Verbandspräsident Kleinmann nicht direkt involviert sein. Er gab aber die Initialzündung für die Vereinigung sagt Peter Wollenschläger, sportlicher Leiter der Bisamberger.

Beide Mannschaften sind sehr aktiv in der Nachwuchsförderung. Also, sagt Charlotte Schützenhofer, geschäftsführende Präsidentin der hotVolleys, war es "ein logischer Schritt". Man wolle den jungen Spielern eine Perspektive bieten. Die Spielgemeinschaft gilt für ein Team in der ersten und eines in der zweiten Liga. Und was passiert, wenn der Erstligist absteigt? Wollenschläger: "Das wird nicht passieren." Bezüglich der Ambitionen gibt man sich zurückhaltend. Nur so viel: "Prügelknabe wollen wir nicht sein." Die Mannschaft wird großteils aus Nachwuchsspielern gebildet. Der schon bisherige Bisamberg-Trainer Stefan Bräuer bleibt im Amt. Sponsoren gebe es auch schon. Weitere Financiers kommen eventuell noch dazu. Ob die Spielgemeinschaft ein Amateurverein bleiben wird, ist noch nicht klar. Auch über den genauen Namen und das Logo wird noch geredet. Eine Einigung wird eher leichter zu erzielen sein als im Palais Coburg. (Birgit Riezinger, 29.6.2015)

  • Kleinmann: "Eine Wunde wurde geschlossen"
    foto: apa/gindl

    Kleinmann: "Eine Wunde wurde geschlossen"

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