Laut Ministerium 500 Obdachlose im Lager Traiskirchen

29. Juni 2015, 17:44
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Quartier-Länderzusagen absolut unzureichend

Wien – Keine Entspannung, sondern im Gegenteil Zuspitzung, bedingt durch weiteren Platzmangel, gibt es bei den Asylquartieren. Übers Wochenende, Freitag inklusive, haben laut Innenministerium 730 Menschen in Österreich neu um Asyl ersucht. Die ersten Übernahmen in die Länder gab es wieder am Montag: "Heute konnten insgesamt nur 152 Asylwerber in die Länder übersiedeln", sagte ein Ministeriumssprecher.

Jene, die nicht übernommen werden, bleiben großteils in den Bundesquartieren. Allen voran im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen, wo laut Ministeriumssprecher am Montag 500 Menschen obdachlos waren: Zum Übernachten hatten sie weder in Zimmern noch Zelten einen Platz, sodass sie in Garagen, Gängen oder im Freien nächtigen mussten.

Ungenutzte Zelte im Keller

Im Keller des Erstaufnahmezentrums würden etliche Zelte lagern, die man jedoch nicht aufstelle, hieß es vor Journalisten vergangene Woche. Im Ministerium widerspricht man dem nicht. Auf die Frage, warum die Zelte, die die Obdachlosigkeit im Lager beenden würden, unbenutzt bleiben, gibt es keine Antwort.

Um mit den Länderverantwortlichen "direkte Gespräche" für mehr Plätze zu führen, würden Ministeriumsbeamte dieser Tage durch die Länder reisen. Die beim Landeshauptleutegipfel bis Ende Juli zugesagten 2500 Plätze würden nämlich gerade "für jene Flüchtlinge reichen, die derzeit ohne Quartier sind". (Irene Brickner, 29.6.2015)

  • Kein Platz, um anzukommen: Flüchtling mitsamt Gepäck im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen.
    foto: apa/jäger

    Kein Platz, um anzukommen: Flüchtling mitsamt Gepäck im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen.

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