Speisen wie der Russe in Montenegro

Ansichtssache7. Juli 2015, 20:32
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Verlassen hat mehrere Bedeutungen, und nicht alle fühlen sich gleich gut an. Man kann sich auf jemand verlassen, oder auf etwas. Wie eine Navigations-App, auf die man sich bisher immer verlassen konnte. Und dann steht man plötzlich ziemlich verlassen irgendwo zwischen Dubrovnik und Kotor auf einem kaum noch Straße zu nennenden Weg, beinah im Meer.

In the Navi

Das ist einer jener Momente, in denen man Nerven bewahren sollte. Nicht das Smartphone aus dem Fenster werfen (dafür muss man das Fenster öffnen, und da draußen ist es gerade sehr heiß). Nicht fluchen (das weckt den Wunderbaren womöglich, und freut die Wunderbare gewiss nicht). Nicht an den knurrenden Magen denken. Umdrehen, weiterfahren Richtung Kotor. Dort gibt's bestimmt auch ganz gute Wirte, deren Namen wir noch nicht kennen, und die kein Reise- oder Gastroportal uns nahegelegt hat.

Schöne Überraschung

Weiterfahren bis zu einer scharfen Kurve, in Morinj. Dort steht dann eh das Schild zur doch recht idyllischen, landschaftlich recht idyllisch gestalteten, wiewohl mit Bambus-Entree nicht ganz authentischen Catovica Mlini. Danke, Navi, so kann man sich über die Überraschung freuen. Und bewertet das Lokal vielleicht auch gleich ein bisserl milder.

Die unerwartet eindrucksvolle Weinkarte scheint mir auf eine Klientel hinzudeuten, die a) auf mehr als ein bisschen Kleingeld zurückgreifen kann und das b) auch ganz gern zeigt. Aber sehen Sie selbst:

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foto: harald fidler

Aus Flüsschen und Palmen, Promifotos und Karte lässt sich leicht ableiten: Das ist kein Geheimtipp für Günstigreisende. Keine Frage: Es geht hier vielfach günstiger und auch gut. Aber war schon ganz okay hier.

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