Deutsche Bank: Staatsanwaltschaft untersucht Zinsskandal

29. Juni 2015, 17:15
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Laut "Financial Times"

Frankfurt – Die Zinsmanipulationen bei der Deutschen Bank rufen nun auch die Frankfurter Staatsanwaltschaft auf den Plan. Eine Sprecherin der Behörde sagte der "Financial Times" (FT), es seien Ermittlungen gegen einzelne Bankmitarbeiter eingeleitet worden. Diese Mitarbeiter seien über die Ermittlungen informiert worden.

Wie sich die Dinge nun weiter entwickelten, hänge von der Analyse des kürzlich erhaltenen Abschlussberichts ab, den die Finanzaufsicht Bafin zum Zinsskandal verfasst hat. Die "FT" berichtete über diese neueste Entwicklung am Montag auf ihrer Internetseite. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft und die Deutsche Bank waren für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Rekordstrafe in Milliardenhöhe

Deutschlands größtes Geldhaus hatte sich in dem weltweiten Skandal Ende April mit den Behörden in Großbritannien und den USA auf einen Vergleich geeinigt und muss eine Rekordstrafe von 2,5 Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro) zahlen. Einem Insider zufolge hatte die BaFin in ihrem Bericht dem Bank-Management schwere Versäumnisse vorgeworfen. So seien unter anderem organisatorische Mängel und unzureichende Kontrollen sowie die schleppende Aufarbeitung der Affäre kritisiert worden.

Der scheidende Co-Vorstandschef Anshu Jain hatte jahrelang die Investmentbanksparte geleitet, in der Händler unter anderem den Londoner Referenzzins Libor manipuliert hatten. Einen Bericht der "FT" vom Freitag, wonach er in der Sache bewusst ungenaue Angaben gegenüber der Bundesbank gemacht habe, wies er allerdings zurück. (APA, 29.6.2015)

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