Salzburgs "patscherte" Vorbereitung des Jubeljahres 2016

Bericht29. Juni 2015, 18:45
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Kulturszene kritisiert mangelnde Transparenz bei Ausschreibungen und Mittelvergabe.

Salzburg – Tomas Friedmann, Vorsitzender vom Dachverband Salzburger Kulturstätten, flüchtet in die Ironie: Er gratuliere Landeshauptmann Wilfried Haslauer von der ÖVP jetzt schon zur Wiederwahl 2018. Was Friedmann damit sagen will: Das Jubiläumsjahr 2016, in dem Salzburg mit einer Landesausstellung und vielen Festakten seine 200-jährige Zugehörigkeit zu Österreich feiert, sei auf Haslauer zugeschnitten. Friedmann ironisch dazu: Man habe ihm versichert, dass es kein "Zwischenwahlkampf" werde.

Kritik übt der Dachverband wie auch der Landeskulturbeirat an den bisherigen "patscherten" Vorbereitungen für 2016. Kriterien, nach denen Projekte ausgewählt werden, seien ebenso wenig vorhanden wie Transparenz in der Mittelvergabe. Das Jubeljahr kostet offiziell immerhin sieben Millionen Euro, wobei fünf Millionen der Bund beisteuern soll.

Parteipolitisch besetztes Kuratorium

Verwundert sind die Kulturvertreter, dass in Zeiten permanenter Sparbudgets plötzlich so viel Geld vorhanden sei. Die Entscheidung über die Mittelvergabe fällt das Kuratorium, in welchem die Parteichefs der Koalitionsparteien ÖVP, Grüne, Stronach die Mehrheit haben.

ÖVP und Grüne weisen die Kritik zurück. Das Büro Haslauer teilt mit, dass der Dachverband ein Privatverein sei, dessen Äußerungen man nicht kommentiere. Die Grünen räumen nur "Kommunikationsdefizite" ein. (Thomas Neuhold, 30.6.2015)

  • Landeshauptmann Wilfried Haslauer und der Intendant des Jubeljahres 2016 Friedrich Urban präsentieren das Logo für Landesausstellung und Veranstaltungsreihe.
    foto: lmz salzburg

    Landeshauptmann Wilfried Haslauer und der Intendant des Jubeljahres 2016 Friedrich Urban präsentieren das Logo für Landesausstellung und Veranstaltungsreihe.

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