Generalstaatsanwalt starb nach Attentat in Ägypten

29. Juni 2015, 21:51
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Hisham Barakat durch Explosion eines offenbar ferngezündeten Sprengkörpers getötet

Kairo – Wenige Stunden nach einem Bombenanschlag auf seinen Autokonvoi ist Montag Ägyptens Generalstaatsanwalt Hisham Barakat seinen Verletzungen erlegen. Das teilte die staatliche Nachrichtenagentur Mena am Nachmittag mit. Unmittelbar nach dem Angriff vor der Militärakademie im Kairoer Vorort Heliopolis hatte es noch geheißen, Barakat sei "in guter Verfassung". Zwei Polizisten und zwei Passanten wurden bei der Explosion eines offenbar ferngezündeten Sprengkörpers ebenfalls verletzt.

Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon hat den Anschlag auf Barakat scharf verurteilt. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, verlangte er. Der Familie des Opfers sprach Ban am Montag sein Beileid aus.

In Ägypten war schon vor dem Anschlag von einer erhöhten Gefahr neuer Gewalt ausgegangen worden. Am Montag jährte sich zum zweiten Mal der Beginn jener Proteste, die 2013 in der Absetzung des 2012 gewählten Präsidenten Mohammed Morsi von den Muslimbrüdern endeten.

"Krieg gegen den Terror"

Auf die Absetzung folgten blutige Ausschreitungen, unter dem Titel des "Krieges gegen den Terror" führte die neue Regierung von General Abdelfattah al-Sisi, der sich 2014 zum Präsidenten wählen ließ, eine blutige Kampagne gegen mutmaßliche Mitglieder der Muslimbrüder. Hunderte, darunter Morsi und der Muslimbrüder-Chef Mohammed Badie, wurden zum Tod verurteilt. Viele weitere, auch einfache Mitglieder und andere Regierungsgegner, landeten in Gefängnissen. Generalstaatsanwalt Barakat war eines der Gesichter dieser Kampagne.

Allerdings hatte auch ein Ableger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu Anschlägen auf Mitglieder der ägyptischen Justiz aufgerufen, nachdem kürzlich sechs mutmaßliche Mitglieder der Gruppierung in Ägypten zum Tod verurteilt worden waren. (red, 29.6.2015)

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