Roaming im Urlaub: Wie man der Kostenfalle entgehen kann

29. Juni 2015, 11:34
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Blick auf Roamingpakete und Wertkartenanbieter lohnenswert – Telefonie aus Nicht-EU-Ländern weiter teuer

Auf das Ende der Roaminggebühren in der EU wird man, so es kommt, noch eine Weile warten müssen. Das Tauziehen zwischen EU-Parlament, Kommission, Regierungen und Telekomanbietern geht weiter, während die Tarifobergrenzen für dieses Jahr unverändert blieben.

Wer also innerhalb der Union auf Urlaub fährt, kann ähnliche Mobilfunkkosten einkalkulieren, wie schon im vergangenen Sommer, erklärt die Arbeiterkammer Wien. Dort hat man sich mit der Tarifgestaltung der drei großen Anbieter A1, T-Mobile und Drei sowie der Diskonter Bob, Telering, S-Budget Mobile, Ge-org und Hot befasst.

Keine Veränderung bei Roaming-Grenzen

Die Obergrenzen bleiben bei 22,8 Cent pro Minute bei aktiven Anrufen aus dem EU-Ausland nach in die Heimat sowie sechs Cent Minute, wenn man selbst angerufen wird (passiv). Pro SMS werden 7,2 Cent fällig, pro Megabyte Datentransfer 24 Cent.

Nichts desto trotz lohnt sich ein genauerer Blick auf die Angebote, insbesondere wenn es um das Nicht-EU-Ausland geht. Ein beliebtes Reiseziel ist etwa weiterhin die Türkei, für welche die Roaming-Obergrenzen nicht gelten. Je nach Anbieter werden hier bei aktiven Telefonaten zwischen 22,8 Cent und 2,50 Euro verlangt. Eine SMS kostet zwischen 7,2 und 49 Cent. Enorm teuer kann der mobile Datentransfer kommen, wo zwischen 24 Cent und 20,80 Euro pro Megabyte

Auf Wertkarten und Roamingpakete achten

Urlauber sollten hier einen Blick auf Wertkartenangebote haben, da diese nicht selten bessere Roamingkomditionen bieten als viele Vertragsangebote. Beachten sollte man auch zubuchbare Roamingpakete, hier gilt es aber darauf zu achten, nicht mehr Einheiten zu verbrauchen, als gekauft wurden. Zudem sind diese Pakete üblicherweise ab dem Erwerbstag für einen Monat beschränkt.

Kostenfalle Mobilbox

Gewarnt wird vor der Mobilbox als Kostenfalle. Wer nicht abhebt, könnte doppelt zahlen. Einmal die Passivgebühr für die Überstellung des Telefonats aus Österreich und erneut für die Rückleitung zur Mobilbox zum Roamingtarif.

Wer generell vermeiden will, mit der Telefonrechnung das eigene Budget zu sprengen, kann mit seinem Anbieter eine Kostenobergrenze für Roaming vereinbaren, die bei 60 Euro liegt. Ist dieser Betrag zu 80 Prozent ausgeschöpft, muss der Provider per SMS eine Erinnerung zustellen. Ebenso ist er dazu verpflichtet, bei der Einreise in ein anderes Land auf diesem Wege über die gültigen Tarife zu informieren.

Tipp: Lokale Internetwertkarten

Insbesondere was mobilen Datenverkehr angeht lassen sich die AK-Hinweise um einen weiteren Tipp ergänzen. Man sollte bereits im Voraus recherchieren, welche Mobilfunkanbieter im Urlaubsland Internet-Wertkartentarife bieten und wo sich diese Pakete erstehen lassen.

Insbesondere für Vielnutzer (etwa wenn man plant, viele Urlaubsfotos mit Verwandten und Freunden unterwegs zu teilen) ist dieser Weg normalerweise erheblich günstiger, zumal viele Messenger auch eine Anruffunktion bieten, die per Internet funktioniert. Besonders komfortabel nutzen lassen sich die österreichische SIM-Karte und die ausländische Datenwertkarte in DualSIM-Smartphones. Eine Übersicht zu den Internetwertkarten-Angeboten in vielen Ländern bietet die meist recht aktuelle "Prepaid Data SIM Card"-Wiki. (gpi, 29.06.2015)

  • Wer im Voraus etwas Tarifrecherche betreibt, kann im Urlaub viel beim Telefonieren sparen.

    Wer im Voraus etwas Tarifrecherche betreibt, kann im Urlaub viel beim Telefonieren sparen.

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