UN will Hunger in der Welt mit Smartphone-App lindern

30. Juni 2015, 05:30
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"ShareTheMeal" setzt auf Kleinstspenden – Initiative aus Berlin startet auch in Österreich

Die Vereinten Nationen wollen Smartphone-Besitzer mit einer App dazu bewegen, hungernden Kindern zu helfen. Mit "ShareTheMeal" kann man mit zwei Klicks 40 Cent für eine Mahlzeit am Tag spenden, teilte die gleichnamige Initiative mit. Als erstes Etappenziel soll jedes Schulkind in Lesotho im südlichen Afrika versorgt werden. Das Essen wird durch das Welternährungsprogramm der UN (WFP) verteilt.

Sichtbare Wirkung erhofft

Lesotho zähle weltweit zu den Ländern mit der geringsten Ernährungssicherheit. "Knapp 40 Prozent aller Kinder leiden dort unter chronischer Unterernährung", sagte Sebastian Stricker, Mitgründer von ShareTheMeal. Aktuell benötigten rund 50.000 Schulkinder in Lesotho Ernährungshilfe. "Wir wollen in einem Land starten, in dem Hunger ein echtes Problem ist und unsere App somit eine sichtbare Wirkung erzielen kann. Nach und nach wollen wir weitere Regionen unterstützen", sagte Bernhard Kowatsch, Mitgründer von ShareTheMeal.

Weltweit gebe es über zwei Milliarden Smartphone-Nutzer und 100 Millionen hungernde Kinder. Mit den Kleinstspenden über das Handy könne der Hunger effektiv und effizient bekämpft werden. In den 40 Cent pro Mahlzeit seien Transport- und Verwaltungskosten enthalten.

125.000 Mahlzeiten in Testphase gespendet

Die App startet am Dienstag offiziell in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Später im Sommer solle die Anwendung international zur Verfügung gestellt werden. Während einer Testphase haben nach Angaben von ShareTheMeal bereits über 12.500 Smartphone-Nutzer die App heruntergeladen und über 125.000 Mahlzeiten gespendet. Auch andere Hilfsorganisationen nutzen immer öfter Online-Kampagnen, um Menschen zum Helfen und Spenden zu motivieren. Unterstützt wird das Projekt auch von Prominenten wie EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz.

Kowatch und Stricker haben sich für die Entwicklung der App ein Jahr lang Auszeit von ihren Jobs als Unternehmensberater genommen. Sie profitieren finanziell nicht von der Initiative, die in Berlin als gemeinnützige GmbH organisiert ist. Die Initiative wird von freiwilligen Helfern und verschiedenen Unternehmen unterstützt. Die App "ShareTheMeal" der United Nations gibt es für das iPhone sowie Android-Smartphones. (red, 30.6.2015)

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