Mindestens 50 AU-Soldaten in Somalia getötet

27. Juni 2015, 19:59
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Anschlag auf Friedenstruppe aus Burundi

Mogadischu/Addis Abeba – UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat den schwersten Anschlag seit langem auf die Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU) in Somalia verurteilt. Bei dem blutigen Angriff der islamistischen Terrororganisation Al-Shabaab wurden mindestens 50 Soldaten aus Burundi getötet, wie der Sprecher der burundesischen Streitkräfte, Gaspard Baratuza, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte.

"Mehrere Soldaten wurden verletzt, daher wird die Zahl der Opfer wohl noch weiter ansteigen", sagte er. Ban drückte der Regierung und dem Volk von Burundi laut UNO sein Beileid aus.

Selbstmordanschlag

In dem angegriffenen Militärstützpunkt im Ort Lego (Leego) im Süden Somalias sollen sich rund 100 Soldaten befunden haben. Burundi ist mit etwa 5.000 Soldaten an der Friedenstruppe beteiligt. Der Angriff auf den Militärstützpunkt begann nach Angaben des somalischen Militärs mit einem Selbstmordanschlag. Danach eröffneten schwer bewaffnete Kämpfer der sunnitischen Fundamentalisten das Feuer, offenbar mit dem Ziel, den Stützpunkt einzunehmen.

Al-Shabaab bekannte sich zu dem Anschlag. Ein Sprecher sagte einem der Miliz nahestehenden Radiosender, der Angriff sei von 15 Selbstmordattentätern angeführt worden. Als Folge des brutalen Kampfes von Al-Shabaab um die Vorherrschaft in Somalia sind im Laufe der Jahre Tausende Menschen ums Leben gekommen.

Ein ranghoher somalischer Militärangehöriger hatte zuvor von bis zu 45 Opfern gesprochen, konnte aber nicht näher erläutern, ob es sich dabei um somalische Soldaten, ausländische Truppenangehörige oder Al-Shabaab-Kämpfer handelte. Der Gouverneur der Region Lower Shabelle, Abdikadir Mohamed Sidi, sagte, die Terroristen hätten auch mehrere Personen entführt.

Die von der Afrikanischen Union geleitete Friedenstruppe AMISOM hat derzeit rund 22.000 Soldaten in Somalia stationiert. Die Soldaten kommen aus Uganda, Burundi, Dschibuti, Sierra Leone, Kenia und Äthiopien. Die Mission versucht, das von Kämpfen zwischen verschiedenen Clans zerrissene und von Al-Shabaab terrorisierte Land zu stabilisieren. Somalia hat seit dem Sturz des Diktators Siad Barre 1991 nicht mehr zu Stabilität und Frieden zurückgefunden. (APA, 27.6.2015)

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