Website mit gesammelten Hasspostings von FPÖ-Seiten unter Druck offline genommen

27. Juni 2015, 10:54
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Persönlichen Daten des Betreibers wurden veröffentlicht – Seite nun wieder online

Auf "Eau de Strache" dokumentierte ein Wiener Aktivist Hasspostings auf Facebook-Seiten der FPÖ. Wie die Futurezone berichtet, wurde die Website nun offline genommen. Der Grund: Die persönlichen Daten des Seitenbetreibers wurden in einschlägigen Gruppen geteilt. Darunter die Telefonnummer, Anschrift und E-Mail-Adresse des Aktivisten. In den Gruppen stachelte man sich zudem gegenseitig mit Kommentaren wie "Viel Spaß" oder "Es ist Krieg" auf.

Ein Bekannter des Seitenbetreibers bestätigte auf Facebook, dass die Website aufgrund des großen Drucks offline genommen wurde – der Aktivist sei jedoch in Sicherheit. (Update: Die Seite ist nun wieder online, siehe Aktualisierung am Ende des Textes)

Rudolf Fussi stand in Kontakt mit dem Betreiber der Website. Mit ihm, Michael Reimon und Harald Kapper wurde die Fortführung von "Eau de Strache" gesichert.

Nur vorübergehend offline

Die Website dürfte jedoch nicht allzu lange offline verbleiben. Nach Bekanntwerden der erzwungenen Abschaltung des Projekts gab es auf Twitter einige Diskussionen, die schließlich eine Lösung erbrachten. Künftig übernimmt der grüne EU-Abgeordnete Michel Reimon die Domain – ums Hosting kümmert sich der Internet-Unternehmer Harald Kapper. Die Website dürfte also bald wieder online sein.

"Boote torpedieren, damit alle absaufen"

Auf "Eau de Strache" hatten sich in kürzester Zeit etliche rechtsextreme Wortmeldungen gesammelt, die allesamt von Facebook-Seiten der FPÖ stammten. Darunter auch strafrechtlich relevante Einträge wie "Die Glawischnig gehört an die Wand gestellt wegen Hochverrat" oder "Ich sage es immer wieder-Torpedieren die Boote damit die alle absaufen".

FPÖ geht gegen Hasspostings vor

Auch der FPÖ sind diese hetzerischen Kommentare mittlerweile ein Dorn im Auge. So wurde nach der Amokfahrt in Graz angekündigt, dass bis zu zehn Facebook-Poster angezeigt werden sollen. Die Nutzer hatten zuvor in dem sozialen Netzwerk gefordert, den Täter zu foltern oder zu töten. Im vergangenen Jahr gab es in Österreich übrigens 30 Verurteilungen wegen verhetzender Online-Kommentare. (dk, 27.06.2015)

Update, 28.06., 12:50: "Eau de Strache" ist nun wieder online.

  • Nur eines der gesammelten Facebook-Postings unter einer FPÖ-Seite auf "Eau de Strache".
    foto: screenshot/webstandard

    Nur eines der gesammelten Facebook-Postings unter einer FPÖ-Seite auf "Eau de Strache".

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