Angestellter wie Sklave gehalten: Indiens Botschafter geht

27. Juni 2015, 10:40
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Ehefrau des Diplomaten soll Bediensteten misshandelt haben

Wellington/Neu-Delhi – Nach Vorwürfen, seine Frau habe einen Hausangestellten misshandelt, hat Indiens Botschafter in Neuseeland am Samstag seine Rückkehr in seine Heimat verkündet. Nach Angaben der Polizei in Wellington stammen die Vorwürfe von dem ebenfalls indischen Hausangestellten, doch habe dieser keine Anzeige stellen wollen.

Er war im Mai in völlig heruntergekommenem Zustand rund 20 Kilometer von der indischen Botschaft auf der Straße aufgegriffen und zur Polizei gebracht worden. Der indische Botschafter Ravi Thapar wies alle Vorwürfe zurück. Seine Frau sei nach einem Autounfall körperlich angeschlagen und eindeutig nicht in der Lage, auf "einen körperlich fitten 26-jährigen Mann loszugehen". Auch sei dieser nicht wie ein Sklave gehalten worden, sondern habe als "Hausmeister unser ganzes Vertrauen genossen" und die Schlüssel zum Haus gehabt. Nach Indien kehre er nur zurück, weil er sich um seine verwitwete Mutter kümmern müsse, sagte der Diplomat.

Auf Klage verzichtet

Das neuseeländische Außenministerium bestätigte dem "New Zealand Herald", dass Indiens Botschafter nach Problemen mit der Polizei seinen Posten verlasse. Der Hausangestellte habe es seinerseits vorgezogen, auf eine Klage zu verzichten und sei stattdessen nach Indien zurückgekehrt. (APA, 27.6.2015)

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