USA: Zweiter New Yorker Gefängnisausbrecher gefasst

29. Juni 2015, 07:18
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Verurteilter Mörder laut Medien angeschossen und festgenommen – New York atmet auf

Dannemora/New York – Drei Wochen nach dem spektakulären Ausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis im US-Staat New York ist der zweite geflüchtete Schwerverbrecher laut Medienberichten gefasst. Der Mörder David Sweat sei von Polizeibeamten nahe der kanadischen Grenze angeschossen und festgenommen worden, berichteten mehrere US-Fernsehsender am Sonntag. Zwei Tage zuvor war der gemeinsam mit Sweat geflohene Häftling Richard Matt ebenfalls unweit der kanadischen Grenze von der Polizei gestellt und erschossen worden.

Selbst für Hollywood zu verrückt

Selbst für einen Hollywood-Film wäre die Geschichte zu verrückt, sagt New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo in der Nacht auf Montag bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. "Wenn man das als Filmskript schreiben würde, würden sie einem sagen, es wäre übertrieben."

Hauptdarsteller der Geschichte sind zwei verurteilte Mörder, die in einem Hochsicherheitsgefängnis des US-Bundesstaats New York lebenslange Haftstrafen absaßen. Dazu kommen unter anderem ein Mordkomplott, in Faschiertes versteckte Metallsägen, geschmuggelte Gemälde, eine spektakuläre Flucht und eine drei Wochen dauernde Großfahndung meist im strömenden Regen durch bergige Wälder. Die Geschichte ist wahr – und am Sonntagabend (Ortszeit) kommt sie zu einem gewaltvollen Ende.

Drei Wochen Flucht

Drei Wochen lang hatten bis zu 1300 Polizisten an der nördlichen Grenze des Bundesstaats New York nach den zwei als extrem gefährlich eingeschätzten flüchtigen Häftlingen gesucht – immer in Sorge, dass diese sich in das nicht weit entfernte Kanada absetzen könnten. Am Freitag dann stöberten sie einen von ihnen in einer Waldhütte auf, rund 40 Kilometer von dem Gefängnis entfernt.

Der 49-Jährige war bewaffnet und wollte sich nicht ergeben, also erschoss ihn ein Polizist. Dreimal wurde er in den Kopf getroffen, wie später eine Autopsie ergab. Zudem fand der Gerichtsmediziner "Insektenstiche an den Beinen, Blasen und kleinere Hautabschürfungen, die drei Wochen Leben im Wald entsprechen".

Zwei Tage später fanden die Polizisten nun auch den zweiten Ausreißer. Ein Beamter erkannte den Mann, der auf einer Straße lief. Als er ihn ansprach, floh der 35-Jährige. Der Polizist verfolgte ihn, schoss und traf ihn zweimal in den Oberkörper. Danach wurde er festgenommen und in ein Krankenhaus gebracht, wo er sich in stabilem Zustand befinden soll.

"Der Alptraum ist vorbei"

"Der Alptraum ist vorbei", sagt Gouverneur Cuomo. Vor allem für die Bewohner der Gegend, von denen sich viele seit dem Ausbruch in ihren Häusern verbarrikadiert hatten, waren die vergangenen drei Wochen ein Ausnahmezustand. "Sie mussten mit der Angst umgehen, dass Mörder frei in ihrem Garten rumlaufen könnten."

Für die Untersuchungsbehörden aber fängt die Arbeit nun erst an. Wie konnten die beiden Häftlinge, von denen einer einen Mann zu Tode geprügelt und der andere einen Polizisten erschossen hatte, aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Dannemora entkommen?

Zwei Gefängnismitarbeiter festgenommen

Zwei Mitarbeiter des Gefängnisses sind bereits festgenommen worden – eine Frau und ein Mann. Sie hat ausgesagt, dass sie mit den beiden Mördern ihren Mann umbringen wollte. Er schmuggelte den Insassen Werkzeug in die Zellen im Tausch gegen Gemälde, die der eine der beiden anfertigte – unter anderem von US-Präsident Barack Obama oder Hollywood-Schauspielerin Julia Roberts. Mit dem schweren Gerät konnten sich die beiden Häftlinge dann den Weg in die Freiheit bohren und durch die Kanalisation fliehen.

Eine umfassende Untersuchung sei eingeleitet, verspricht Gouverneur Cuomo. "Es waren außergewöhnliche Umstände und die erste Flucht aus dem Gefängnis seit mehr als 100 Jahren – aber eine Flucht ist eine Flucht zuviel." (APA, dpa, 29.6.2015)

  • Drei Wochen lang hatten bis zu 1300 Polizisten an der nördlichen Grenze des Bundesstaats New York nach den zwei als extrem gefährlich eingeschätzten flüchtigen Häftlingen gesucht.
    foto: jason hunter/the watertown daily times via ap

    Drei Wochen lang hatten bis zu 1300 Polizisten an der nördlichen Grenze des Bundesstaats New York nach den zwei als extrem gefährlich eingeschätzten flüchtigen Häftlingen gesucht.

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