Mit Spitzenwerten zur Rekordsaison

26. Juni 2015, 18:56
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Lokaler Kunstmarkt jubelt: Zeitgenössisches, Jugendstil und Alte Meister als Rekordgaranten

Etwa die Hälfte des über hiesige Auktionshäuser seit Anfang des Jahres offerierten Angebots blieb unverkauft. Zeitgleich spielten die anderen 50 Prozent den höchsten hierzulande je in der ersten Jahreshälfte erwirtschafteten Umsatz ein. Im Dorotheum, das keinen Einblick in die Bilanzen gewährt, summierten sich allein die in den beiden Auktionswochen (April, Juni) verzeichneten Zuschläge auf beachtliche 37, 34 Millionen Euro (inklusive Aufgeld, exklusive Nachverkauf). Ein Höchstwert in der Geschichte des Unternehmens und nicht der einzige dieser Tage: Im Zuge der jüngsten Sause (9.-12. 6.) notierte man für Juwelen (2,28 Mio. Euro), Armband- und Taschenuhren (1,06 Mio. Euro) sowie für zeitgenössische Kunst (14,14 Mio. Euro) vorläufig Spartenrekorde und übertraf das Wochentotal mit 21,53 Millionen Euro den Bestwert von April 2010 (21,14 Mio. Euro).

Der Jubel über die starke Nachfrage für zeitgenössische Kunst vermochte allerdings kaum über die maue Performance der Moderne hinwegtrösten. 48 Prozent der Auswahl war dort zurück ins Warenlager gewandert. An den ambitionierten Limits waren etwa Paula Modersohn-Beckers Birkenstämme vor Scheune (120.000- 140.000) oder Gabriele Münters Schneelandschaft bei Elmau (240.000-280.000) gescheitert. Bei Alfons Waldes mehrfach wiederholtem Motiv "Almen im Schnee" übte sich der sonst kauffreudige österreichische Handel in Zurückhaltung und überließ das Feld einem anonymen Telefonbieter, der mit 393.400 Euro den Höchstwert der Sitzung bewilligte.

Turbulent gestaltete der Verlauf der 107. Kinsky-Kunstauktion (16.-17. 6.), wo es neben einem Total (6,89 Mio.) in nahezu allen Sparten Topzuschläge zu vermelden galt. Für Jan Brueghel d. J. prachtvolles, um 1630 auf einer Holztafel verewigtes Blumenbouquet tröpfelten die Gebote anfangs zögerlich, um in einem klassischen Duell zu münden. Schließlich setzte sich ein aus dem osteuropäischen Raum angereister Saalbieter bei 2,6 Millionen Euro durch: Weltrekord für ein Blumenstück dieses Künstlers.

Anderntags sorgten zwei Jugendstil-Objekte für Furore, konkret zwei im Jahre 1908 von Josef Hoffmann entworfene und in der Wiener Werkstätte ausgeführte Broschen (100.000-200.000 Euro). Bei jener mit feinst gearbeiteten Weinlaubranken zwischen Malachitfeldern setzte sich mit 352.800 Euro die Neue Galerie (New York) durch. Um die andere, die an die Fassade des Kunstschau-Ausstellungsgebäudes erinnerte, stritten sich Interessenten nicht minder. Das Bröhan-Museum (Berlin) bewies hier den längsten Atem und bewilligte mit 529.200 Euro den Weltrekord für einen Hoffmann-Entwurf. (kron, 26.6.2015)

  • 529.200 Euro war dem Bröhan-Museum diese 1908 von Josef Hoffmann kreierte Brosche wert.
    foto: im kinsky

    529.200 Euro war dem Bröhan-Museum diese 1908 von Josef Hoffmann kreierte Brosche wert.

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