Medienbericht: Suker im Dunstkreis von Sapina

26. Juni 2015, 15:18
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Ehemaliger WM-Torschützenkönig soll von Wettbetrüger Ante Sapina Tipps bekommen haben

Zagreb – Der frühere Weltklasse-Fußballer und inzwischen hochrangige Funktionär Davor Suker (47) tauchte offenbar im Dunstkreis des in Deutschland verurteilten Wettbetrügers Ante Sapina auf. Das berichtet die ARD-Rechercheredaktion Sport. Demnach wird der Name des erst im März ins UEFA-Exekutivkomitee bestellten Kroaten in den Ermittlungsunterlagen der Bochumer Staatsanwaltschaft zum Wettskandal 2009 mehrfach erwähnt.

"Ferner ist zu erkennen, dass die Bande um Sapina auch Kontakte zu Davor Suker unterhält und dieser von Sapina als Strohmann zur Platzierung von Wetten genutzt wird", zitiert die ARD aus den Akten. Suker soll für seinen Landsmann Sapina auf mindestens drei Partien Wetten platziert haben, es handele sich um ein Spiel in der Champions League und zwei in der Europa League. Zudem gehe es um eine weitere Partie. "Sapina informierte Davor Suker und gab ihm den Hinweis, er solle auf die Partie (von) Siroki setzen", soll in den Akten stehen.

UEFA entgegnet

Der Torschützenkönig der WM 1998 ist seit 2012 Präsident des kroatischen Verbands HNS, der eine Stellungnahme zu den Vorwürfen ablehnte. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) teilte dem SID mit: "Nach unserem besten Wissen wurde Davor Suker nie von deutschen Behörden befragt oder Fehlverhaltens bezichtigt." Die UEFA arbeite seit 2010 "eng mit den Behörden des Bochum-Falles rund um deren Untersuchungen zu Spielmanipulationen zusammen. Diese Kooperation hat zu zahlreichen Disziplinarfällen und Sanktionen gegen Spieler und Offizielle geführt."

Weiterhin stellte der europäische Dachverband klar, dass "die Kontroll-, Ethik- und Disziplinarbehörden nicht zögern, harte Sanktionen gegen UEFA-Offizielle auszusprechen, wenn gegen die Ethik- und Disziplinarreglemente verstoßen wird – vorausgesetzt, dass stichhaltige Beweise für ein entsprechendes Fehlverhalten vorliegen". Die UEFA schreibt ausdrücklich vor, dass bereits ein nicht gemeldeter Kontakt zu einem Wettbetrüger als Verstoß zu werten ist.

Fall Sapina

Sapina war bei der Neuauflage des Verfahrens im vergangenen Jahr von der 13. Strafkammer des Landgerichts Bochum zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Sapina und sein Komplize Marijo C. hatten gestanden, Spieler, Schiedsrichter und Funktionäre bestochen zu haben. 51 Spiele, darunter auch Begegnungen in der Champions League und der WM-Qualifikation, sollen manipuliert worden sein. (sid, 26.6.2015)

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