Verleger warnen vor "zerstörerischer Kraft des digitalen Tsunami"

26. Juni 2015, 14:03
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Kralinger: "Diese Welle erfasst alle Bereiche unseres Wirtschaftslebens" – "Politik muss Verantwortung übernehmen

Wien – Vor der "zerstörerischen Kraft des digitalen Tsunami" warnte Verleger-Präsident Thomas Kralinger Donnerstagabend beim traditionellen Heurigen des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) – wohl in Anlehnung an Nicolas Clasen, dem Autor des Fachbuchs "Der digitale Tsunami". Nicht nur Medienmanager und Verlagshäuser, sondern auch die Medienpolitik müsste auf diese Entwicklung reagieren, so Kralinger.

"Diese Welle erfasst alle Bereiche unseres Wirtschaftslebens. Gerade im Medien-Sektor entfaltet sie eine zerstörerische Kraft. Daher liegt es an uns Medienmanagern, neue Erlösströme abseits des klassischen Geschäfts zu erschließen, um die Zukunft des Journalismus abzusichern. Aber auch die Politik muss Verantwortung übernehmen. Wir brauchen eine reformierte Presseförderung, die auch journalistische Inhalte im Web fördert; und wir brauchen ein Leistungsschutzrecht, das unsere Inhalte vor der gewerblichen Ausbeutung durch Dritte schützt", sagte der VÖZ-Präsident.

Bei der Politik will Kralinger inzwischen aber Bereitschaft zur Lösung des Problems wahrgenommen haben. "Ich denke, die Bundesregierung nimmt zunehmend den Wandel aufgrund des digitalen Tsunamis wahr. Das zeigt sich anhand der eingesetzten Arbeitsgruppe zur Reform der Presseförderung und an einer weiteren Arbeitsgruppe, die sich der Reform des digitalen Medienmarktes verschrieben hat und kommende Woche startet, sowie am Entwurf für ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage. Der nächste Schritt muss die Steuergerechtigkeit mit großen US-amerikanischen Unternehmen sein, die kaum Wertschöpfung in unserem Land generieren, aber nahezu steuerfrei Millionen-Gewinne abtransportieren." (APA, 26.6.2015)

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