Studie: Einfluss von Ernährung auf Depression

26. Juni 2015, 13:25
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Bislang gibt es lediglich Hinweise auf einen Zusammenhang, aber kaum gesicherte Ergebnisse

Leipzig – Mediziner der Universität Leipzig beteiligen sich am Europäischen Forschungsprojekt "MooDFOOD". Darin wird die Rolle der Nahrungszusammenstellung, der Ess- und Ernährungsgewohnheiten sowie von Übergewicht auf die Psyche untersucht.

Das Ziel ist, wirksame Ernährungsstrategien zu entwickeln, um einer Depression vorzubeugen. Insgesamt 14 Partner aus Europa sind an dem von der EU mit 8,9 Millionen Euro für fünf Jahre geförderten Forschungsprojekt beteiligt. Die Forschungsförderung für Leipzig beläuft sich auf gut 831.000 Euro.

Internationale Studie

Die Studie wird gleichzeitig in den Niederlanden, Großbritannien, Deutschland und Spanien durchgeführt. Von den insgesamt 1.000 Teilnehmern sollen in den kommenden zwölf Monaten 250 in Leipzig und Umgebung einbezogen werden.

Die Studie dient dazu, die mögliche präventive Wirkung einer einjährigen Ernährungsintervention auf das psychische Wohlbefinden und mögliche depressive Symptome der Teilnehmer zu untersuchen. Dabei werden die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln sowie die Beratung über eine gesunde Lebensweise genauer betrachtet.

Zweithäufigste Volkskrankheit

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass die Depression bis zum Jahr 2020 weltweit die zweithäufigste Volkskrankheit sein wird. "Vor dem Hintergrund der immer noch sehr großen Behandlungsdefizite und langen Wartezeiten für depressiv Erkrankte bis zum fachlichen Behandlungstermin wird die Suche nach wirksamen Selbstmanagementansätzen immer wichtiger", sagt Ulrich Hegerl.

Die Frage, ob wir über unser Essen depressive Episoden zum Abklingen und das Auftreten neuer verhindern können, sei äußerst spannend. Dabei erforschen die Wissenschaftler außerdem, aufgrund welcher Mechanismen Menschen mit Übergewicht ein erhöhtes Risiko tragen, an einer Depression zu erkranken, und wie es effektiv reduziert werden kann. "Über die Zusammenhänge zwischen Nahrung und Depression wird viel geschrieben, obwohl es wenig gesichertes Wissen gibt", erläutert Hubertus Himmerich die Bedeutung der groß angelegten Untersuchungen.

Bislang kaum Belege

Das MooDFOOD-Projekt soll Daten liefern, die in dieser Hinsicht endlich wissenschaftlich fundierte Aussagen zulassen. "Es gibt eine Reihe von Hinweisen, dass insbesondere eine mediterrane Kost mit viel Fisch, Gemüse und reich an Omega-3-Fettsäuren das Depressionsrisiko um 30 Prozent senken kann, sagt Elisabeth Kohls, die die Studie in Leipzig koordiniert.

Einige Studien weisen darauf hin, dass es einen komplexen Zusammenhang zwischen Ernährung, Übergewicht und Depression gibt. Allerdings ist bisher nicht belegt, welche Rolle das Ernährungsverhalten dabei genau spielt. Die neue, internationale Studie soll das ändern – sie läuft ab Juli 2015. (red, 26.6.2015)

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