Intel muss 10 nm-Prozessor verschieben: Silizium-Ära vorbei?

26. Juni 2015, 12:58
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Drei Prozessor-Generationen mit selber Größe zeigen die Grenzen von Silizium – Rückschlag für leichtere und schmalere Laptops

Zuerst hieß es, Intels neuer, mit 10 Nanometer-Fertigungstechnik hergesteller Chip "Cannonlake" erscheine 2016. Dann verschob ihn Intel auf 2017. Jetzt gibt es überhaupt keinen fixen Veröffentlichungstermin mehr: Intel hat offenbar starke Probleme in der Produktion des Prozessors. Stattdessen werde nach dem im Sommer erscheinenden "Skylake" laut TechSpot an einem Nachfolger namens "Kaby Lake" getüftelt. Beide Chips werden auf 14 Nanometer-Technik gefertigt sein, was also keine Verkleinerung im Vergleich zu aktuellen Generationen darstellen.

Gleichbleibende Größe

Damit wird deutlich, dass sich die Ära der Silizium-Chips ihrem Ende nähert. Eine gleichbleibende Größe über drei Generationen gab es bislang noch nie. Intel produziert seine Prozessoren nach einem "Tick-Tock" genannten Modell: Beim "Tick" werden Chips kleiner, beim "Tock" die Architektur der Prozessoren verändert. Bei der aktuellen Generation, einem "Tick" fand bei der Fertigung eine Verkleinerung von 22 nm auf 14 nm-Technik statt. Jetzt dürften allerdings zwei "Tocks" folgen – Intel gerät also aus dem Rhythmus.

Konsequenzen

Was das für die Zukunft bedeutet, ist noch nicht ganz klar: Laut Politico würde wohl die Entwicklung kleinerer Laptops mit stärkerem Akku verlangsamt werden. Im Endeffekt könnten die Komplikationen in der Branche aber dafür sorgen, noch stärker nach Alternativen zu Silizium zu suchen. (fsc, 27.6.2015)

  • Intel kämpft mit dem Schrumpfen
    foto: reuters/chuang

    Intel kämpft mit dem Schrumpfen

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