Hollande: Jeder neue US-Spionagefall wäre "schwere Verletzung"

26. Juni 2015, 10:58
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Frankreichs Präsident fordert Respekt unter Verbündeten

Frankreichs Präsident Francois Hollande hat gewarnt, dass eine erneute Spionageaktion der US-Geheimdienste in Frankreich eine "schwere Verletzung" des Verhältnisses der Verbündeten wäre. "Sollte sich irgendwas ereignen nach der Verpflichtung, die (von der US-Regierung im November 2013) eingegangen worden ist, würde ich dies als schwere Verletzung unserer Beziehung betrachten."

Mehr Respekt gefordert

Das sagte Hollande in der Nacht auf Freitag vor Journalisten am Rande des EU-Gipfels in Brüssel. Die US-Regierung hatte im November 2013 erklärt, die Spionageangriffe auf die französische Regierung eingestellt zu haben.

Hollande sagte, US-Präsident Barack Obama habe ihm bei ihrem Telefonat am Mittwoch erneut versichert, dass die französische Präsidentschaft nicht länger Spionageziel der US-Geheimdienste sei. Er erinnerte daran, dass Obama ihm bereits bei einem Besuch im Februar 2014 eine ähnliche Zusicherung gemacht habe. "Diese Praktiken sind zu verurteilen und ich habe sie jedes Mal verurteilt, als es Enthüllungen gab", sagte Hollande. Die jüngsten Enthüllungen seien nicht die ersten und würden wohl auch nicht die letzten sein. Der Präsident forderte mehr "Respekt" unter Verbündeten.

Die französische Presse hatte unter Berufung auf Dokumente, die von der Enthüllungsplattform Wikileaks im Internet veröffentlicht worden waren, berichtet, dass die französischen Präsidenten Jacques Chirac, Nicolas Sarkozy und Francois Hollande zwischen 2006 und 2012 vom US-Geheimdienst abgehört worden waren. (APA/AFP, 26.6.2015)

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